Badeunfälle vermeiden Diese Baderegeln sollten Sie beachten

Von bb/dpa/AFP 

Im Sommer sehnen sich viele nach Abkühlung - insbesondere nach den coronabedingten Einschränkungen. In Baden-Württemberg locken zahlreiche Seen und Flüsse. Vor dem Sprung ins kühle Nass sollte man ein paar Regeln auf jeden Fall beachten.

Nicht nur der Bodensee lädt im Sommer zum Baden ein. (Archivfoto) Wo immer man bei Hitze Abkühlung sucht, an ein paar Regeln sollte man sich auf jeden Fall halten. Foto: dpa
Nicht nur der Bodensee lädt im Sommer zum Baden ein. (Archivfoto) Wo immer man bei Hitze Abkühlung sucht, an ein paar Regeln sollte man sich auf jeden Fall halten. Foto: dpa

Stuttgart - In der Sommerzeit kann ein Sprung in einen Bagger- oder Badesee Abkühlung bringen, aber mitunter auch sehr gefährlich werden. Jedes Jahr ertrinken in Deutschland Hunderte Menschen.

Die Zahl der Todesfälle durch Ertrinken war zuletzt gesunken. Im Jahr 2019 starben bundesweit mindestens 417 Menschen bei Badeunfällen, überwiegend in Flüssen oder Seen. Das waren nach DLRG-Angaben rund 17 Prozent weniger als 2018. Die DLRG führte den Rückgang vor allem auf das nicht immer vorhandene Badewetter zurück. In diesem Sommer befürchtet die DLRG aber mehr Badetote.

Wieso könnte das Baden dieses Jahr besonders gefährlich werden?

"Insgesamt haben wir Angst davor, dass die Schwimmfertigkeit noch weiter nachlässt", sagte DLRG-Sprecher Achim Wiese der Deutschen Presse-Agentur. Denn neben den bekannten Problemen wie einer sinkenden Zahl von Schwimmbädern und langen Wartezeiten für Schwimmkurse komme in diesem Jahr die Corona-Pandemie dazu. Dadurch seien Schwimmbäder wochenlang geschlossen gewesen, Schwimmkurse seien deshalb ausgefallen. Menschen müssten nun noch länger auf einen Kurs warten.

Was sind die häufigsten Ursachen für Badeunfälle?

Übermut, mangelnde Schwimmfähigkeiten, Selbstüberschätzung, Alkohol und die Unkenntnis möglicher Gefahren führen der DLRG zufolge am häufigsten zum Ertrinken - vor allem bei Männern. Vier von fünf Todesopfern sind männlich. 80 Prozent aller tödlichen Badeunfälle wären nach Einschätzung der Lebensretter vermeidbar.

Erhitzt ins Wasser springen - gefährlich oder nicht?

Das sollte vermieden werden. Die Gewässer sind im Frühsommer immer noch kalt. Ein Sprung ins Nass kann zu Unterkühlung und Krämpfen führen und lebensgefährlich werden. Schwimmer sollten langsam ins Wasser gehen und den Körper ans kalte Wasser gewöhnen. Sobald man friert, heißt es raus aus dem Wasser.

Mit vollem Magen schwimmen - wie gefährlich ist das?

Die DLRG rät in ihren Baderegeln, nicht mit vollem Magen baden zu gehen. Grund dafür ist, dass der Körper Energie zum Verdauen benötigt. Notfälle, die durch Baden mit vollem Magen entstanden sind, lassen sich jedoch nicht nachweisen. Als noch gefährlicher gilt allerdings ein ganz leerer Magen. Damit fehlt dem Körper erst recht die nötige Energie, die er braucht, um sich über Wasser zu halten. Laut DLRG führt Baden mit leerem Magen regelmäßig zu Notarzteinsätzen.

Wie finde ich eine sichere Badestelle?

Unbekannte Gewässer bergen Gefahren. Deshalb nie übermütig in einen See springen. Die DLRG empfiehlt, nur an bewachten Badestellen schwimmen zu gehen und die Warnhinweise zu beachten.

Eine rote Flagge am Meer beispielsweise bedeutet Badeverbot - im Sommer wird dies immer wieder ignoriert. Bei Wellengang entsteht eine Strömung, die staubsaugerartig ins offene Meer zurückzieht. Dies ist vor allem für Kinder im flachen Wasser gefährlich, weil sie leicht umgerissen werden können.

Baden in Flüssen - was muss man beachten?

In vielen deutschen Flüssen reicht die Wasserqualität nach Angaben des Umweltverbands Bund zum Baden aus. Dies gilt auch für große Abschnitte der Elbe oder des Rheins. Vorsicht ist aber bei Niedrigwasser geboten, weil die Wasserqualität dann erheblich sinken kann.

Gefahr entsteht zudem durch gefährliche Strömungen, die an der Wasseroberfläche oft kaum erkennbar sind, sowie durch den Schiffsverkehr, Brückenpfeiler und Unterwasserhindernisse.

Baden mit Kindern - eine besondere Situation

Wasser zieht Kinder magisch an. Eltern sollten sie an Gewässern daher nie aus den Augen lassen - das gilt übrigens auch für den flachen Gartenteich. Kleine Kinder können bereits in wenige Zentimeter tiefem Wasser ertrinken. Auch Luftmatratzen, Schlauchboote und Gummitiere bieten keinen Schutz vor dem Ertrinken.

Wenn ein Kind im Wasser in Not gerät, ist das für Außenstehende mitunter schwer zu erkennen, warnt die Bundesarbeitsgemeinschaft „Mehr Sicherheit für Kinder“. Kinder ertrinken „leise“.

Wie leiste ich erste Hilfe?

Bei Atemstillstand ist sofort mit der Mund-zu-Mund-Beatmung zu beginnen, bei Herzstillstand sollte gleichzeitig eine Herzmassage erfolgen. Auf keinen Fall sollte versucht werden, Wasser aus Lungen oder Magen zu entfernen. Das bringt nichts und kostet wertvolle Zeit.

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