Badeunfälle vermeiden Diese Baderegeln sollten Sie beachten

Von bb/dpa/AFP 

Im Sommer sehnen sich viele nach Abkühlung. In Baden-Württemberg locken zahlreiche Seen und Flüsse. Vor dem Sprung ins kühle Nass sollte man ein paar Regeln auf jeden Fall beachten.

Nicht nur der Bodensee lädt im Sommer zum Baden ein. (Archivfoto) Wo immer man bei Hitze Abkühlung sucht, an ein paar Regeln sollte man sich auf jeden Fall halten. Foto: dpa
Nicht nur der Bodensee lädt im Sommer zum Baden ein. (Archivfoto) Wo immer man bei Hitze Abkühlung sucht, an ein paar Regeln sollte man sich auf jeden Fall halten. Foto: dpa

Stuttgart - In der Sommerzeit kann ein Sprung in einen Bagger- oder Badesee Abkühlung bringen, aber mitunter auch sehr gefährlich werden. Jedes Jahr ertrinken in Deutschland Hunderte Menschen.

Die Deutsche Lebensrettungsesellschaft (DLRG) warnt vor Übermut und Selbstüberschätzung. 2018 sind nach Angaben der DLRG 504 Menschen ertrunken.

Wo ist das Risiko beim Baden am höchsten?

"Binnengewässer sind nach wie vor die Gefahrenquelle Nummer eins", sagt DLRG-Präsident Achim Haag. An den von Rettungsschwimmern bewachten Badestränden am Meer und in Schwimmbädern ist es sicherer. In Seen, Teichen oder Flüssen, kommen in Deutschland deutlich mehr Menschen ums Leben als im offenen Meer - im vergangenen Jahr waren es fast 16 mal so viele. Während 2018 233 Menschen in Seen und Teichen und 161 in Flüssen starben, waren es im Meer gerade einmal 25.

Was sind die häufigsten Ursachen für Badeunfälle?

Übermut, mangelnde Schwimmfähigkeiten, Selbstüberschätzung, Alkohol und die Unkenntnis möglicher Gefahren führen der DLRG zufolge am häufigsten zum Ertrinken - vor allem bei Männern. Vier von fünf Todesopfern sind männlich. 80 Prozent aller tödlichen Badeunfälle wären nach Einschätzung der Lebensretter vermeidbar.

Erhitzt ins Wasser springen - gefährlich oder nicht?

Das sollte vermieden werden. Die Gewässer sind im Frühsommer immer noch kalt. Ein Sprung ins Nass kann zu Unterkühlung und Krämpfen führen und lebensgefährlich werden. Schwimmer sollten langsam ins Wasser gehen und den Körper ans kalte Wasser gewöhnen. Sobald man friert, heißt es raus aus dem Wasser.

Mit vollem Magen schwimmen - wie gefährlich ist das?

Die DLRG rät in ihren Baderegeln, nicht mit vollem Magen baden zu gehen. Grund dafür ist, dass der Körper Energie zum Verdauen benötigt. Notfälle, die durch Baden mit vollem Magen entstanden sind, lassen sich jedoch nicht nachweisen. Als noch gefährlicher gilt allerdings ein ganz leerer Magen. Damit fehlt dem Körper erst recht die nötige Energie, die er braucht, um sich über Wasser zu halten. Laut DLRG führt Baden mit leerem Magen regelmäßig zu Notarzteinsätzen.

Wie finde ich eine sichere Badestelle?

Unbekannte Gewässer bergen Gefahren. Deshalb nie übermütig in einen See springen. Die DLRG empfiehlt, nur an bewachten Badestellen schwimmen zu gehen und die Warnhinweise zu beachten.

Eine rote Flagge am Meer beispielsweise bedeutet Badeverbot - im Sommer wird dies immer wieder ignoriert. Bei Wellengang entsteht eine Strömung, die staubsaugerartig ins offene Meer zurückzieht. Dies ist vor allem für Kinder im flachen Wasser gefährlich, weil sie leicht umgerissen werden können.

Baden in Flüssen - was muss man beachten?

In vielen deutschen Flüssen reicht die Wasserqualität nach Angaben des Umweltverbands Bund zum Baden aus. Dies gilt auch für große Abschnitte der Elbe oder des Rheins. Vorsicht ist aber bei Niedrigwasser geboten, weil die Wasserqualität dann erheblich sinken kann.

Gefahr entsteht zudem durch gefährliche Strömungen, die an der Wasseroberfläche oft kaum erkennbar sind, sowie durch den Schiffsverkehr, Brückenpfeiler und Unterwasserhindernisse.

Baden mit Kindern - eine besondere Situation

Wasser zieht Kinder magisch an. Eltern sollten sie an Gewässern daher nie aus den Augen lassen - das gilt übrigens auch für den flachen Gartenteich. Kleine Kinder können bereits in wenige Zentimeter tiefem Wasser ertrinken. Auch Luftmatratzen, Schlauchboote und Gummitiere bieten keinen Schutz vor dem Ertrinken.

Wenn ein Kind im Wasser in Not gerät, ist das für Außenstehende mitunter schwer zu erkennen, warnt die Bundesarbeitsgemeinschaft „Mehr Sicherheit für Kinder“. Kinder ertrinken „leise“.

Wie leiste ich erste Hilfe?

Bei Atemstillstand ist sofort mit der Mund-zu-Mund-Beatmung zu beginnen, bei Herzstillstand sollte gleichzeitig eine Herzmassage erfolgen. Auf keinen Fall sollte versucht werden, Wasser aus Lungen oder Magen zu entfernen. Das bringt nichts und kostet wertvolle Zeit.

Wer einen anderen Badegast aus einer lebensgefährlichen Situation rettet, ist nach Angaben der Unfallkasse Nord automatisch unfallversichert. „Die gesetzliche Unfallversicherung übernimmt die Kosten der Behandlung, wenn sich ein Hilfeleistender verletzt“, sagt ein Sprecher der Kasse. Der Versicherungsschutz wird bereits in dem Moment wirksam, in dem der Retter aktiv in das Geschehen eingreift.