Nachdem ein Mann mutmaßlich zwei Mädchen auf dem Schulweg mit einem Messer angegriffen hat und eines in Folge dessen starb, warnt Ministerpräsident Winfried Kretschmann vor voreiligen Unterstellungen.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) wendet sich gegen voreilige Schlussfolgerungen nach der Bluttat von Illerkirchberg bei Ulm. Er könne nur warnen, irgendwelche Zusammenhänge zur Flüchtlingspolitik herzustellen, bevor die Tat wirklich aufgeklärt sei, sagte Kretschmann am Dienstag in Stuttgart. „Wir wissen über die Motive des vermutlichen Täters zum gegenwärtigen Zeitpunkt überhaupt nichts“, sagte er.

Nach bisherigen Erkenntnissen hat ein 27-jähriger Asylbewerber aus Eritrea am Montagmorgen zwei Mädchen mit einem Messer angegriffen. Eine 14-Jährige musste noch am Tatort wiederbelebt werden, bevor sie in eine Klinik gebracht wurde. Dort starb sie Stunden später. Eine Obduktion der Leiche soll Hinweise auf die genaue Todesursache geben.

Trauer um totes Mädchen

Das baden-württembergische Kabinett hat laut Kretschmann am Dienstagvormittag eine Gedenkminute für die Opfer des Angriffs eingelegt. Innenminister Thomas Strobl (CDU) habe den Ministerrat über die Situation informiert und sich nach der Sitzung auf den Weg nach Illerkirchberg gemacht.

Die Kirchen luden für Dienstagabend zum Trauern in die Kirche St. Sebastian in Oberkirchberg ein. Zuvor sei die Kirche den gesamten Dienstag offen und es könne in ein Trauerbuch geschrieben und eine Kerze entzündet werden, teilten die Evangelische Kirchengemeinde Illerkirchberg und die Katholische Seelsorgeeinheit Iller-Weihung mit.

Innenminister Strobl sprach von einer Tat, „die sinnloser nicht sein könnte“. „Diese Tat rührt uns zutiefst, wenn das Leben eines unschuldigen Kindes so brutal ausgelöscht wird“, sagte er.