Mehr als 30 Stunden dauerte der Nervenkrieg, dann griff die Polizei in Toulouse zu. Der Tatverdächtige kam bei einem Feuergefecht ums Leben.
Paris - Der Serienmörder von Toulouse ist von einem Scharfschützen per Kopfschuss getötet worden. Das sagte der zuständige leitende Staatsanwalt François Molins am Donnerstag auf einer Pressekonferenz. Dabei habe es sich um einen Akt legitimer Selbstverteidigung gehandelt. Neben der Untersuchung der bisherigen Spuren werde nun nach weiteren möglichen Komplizen gesucht.
Der 23-jährige Mörder selbst habe etwa 30 Schüsse beim Sturm auf seine Wohnung abgegeben. Bei seiner Leiche sei ein großkalibriger Colt entdeckt worden. Es sei alles getan worden, um ihn lebendig zu fassen. In einem Wagen seien zwei Maschinenpistolen der Modelle Uzi und Sten sowie zwei Faustfeuerwaffen gefunden worden. In einem anderen sei eine Waffe sowie Bargeld gefunden worden.
Serienmörder hat seine Taten gefilmt
Der Serienmörder habe alle seine Bluttaten gefilmt. Sie seien auf den entdeckten Videofilmen erschreckend deutlich zu erkennen, sagte Molins. Beim tödlichen Kopfschuss auf sein erstes Opfer, einen Soldaten, habe er erklärt: „Du tötest meine Brüder, und ich töte Dich.“ Polizisten habe er erklärt: „Wenn ich sterbe, gehe ich ins Paradies - wenn ihr sterbt, Pech für euch!“.
Trotz geheimdienstlicher Überwachung habe nichts auf seine radikale Entschlossenheit hingewiesen. Er sei nicht auf traditionellen Wege nach Afghanistan eingeschleust worden noch habe er sich erkennbar einer bekannten Gruppierung angeschlossen. Sein enormes Waffendepot habe er möglicherweise durch Einbrüche finanziert.
Nach mehr als 32-stündiger Belagerung hatten Polizisten einer Spezialeinheit am Donnerstagvormittag die Wohnung gestürmt, in der sich der 23-jährige Mohamed Merah verschanzt hatte. Bei dem fünfminütigen Feuergefecht waren auch zwei Polizisten verletzt worden.