Tour de Region: Etappe 5 Spielerisch am Neckarufer entlang

Von Petra Mostbacher-Dix 

Auf der 37 Kilometer langen Strecke von Ludwigsburg nach Bietigheim-Bissingen kann man auch Fische und Eisvögel beobachten.

Am Neckarufer bei Pleidelsheim lädt ein schöner Spielplatz bei der Schleuse zu einer Radlpause in idyllischer Umgebung ein. Foto: factum/Weise
Am Neckarufer bei Pleidelsheim lädt ein schöner Spielplatz bei der Schleuse zu einer Radlpause in idyllischer Umgebung ein. Foto: factum/Weise

Stuttgart - Manchmal ist aller Anfang leicht. "So kann es weitergehen", jubelt die achtjährige Sophia, als sie mit Papa, Mama und ihrer "großen" Schwester Toni durch die Felder von Ludwigsburg-Hoheneck den Hügel am Heilbad Richtung Neckarufer rast. Nach kleinen Irrungen an der S-Bahn-Station Favoritepark ist nun der Eingang zum Neckartal-Radweg gefunden. Und dort ist Idylle pur angesagt. "Der Neckar, schau mal, wie schön", ruft Sophia und tritt begeistert in die Pedale vorbei am Schild, das Radler nach Marbach weist. Nah am Ufer verläuft der erste Teil, die glitzernde Wasseroberfläche hinter Bäumen, Büschen und Gräsern scheint zum Greifen nah. Die Gärtchen, die sich hier uneingezäunt mit Weinreben und Natursteinmauern abwechseln, sind blitzsauber. Der Weg und die Baumkronen verengen sich zu einem verwunschenen Pfad. "Wie beim Rübezahl", beschreibt Sophia. Minimal geht es auf und ab, die Strecke ist eben. Aber sie zieht sich hin. Bis alle Neckarwindungen umfahren sind und das Endziel Bietigheim-Bissingen erreicht ist, hat man 37,2 Kilometer auf dem Zähler.

Sophia ärgert sich, dass sie ihrer Schwester nicht hinterherkommt. Durch ihr kleineres Rad hat sie einen Nachteil. Gut, dass es viel zu sehen gibt. Führt doch der Weg durch das Naturparadies Neckar: An einem pittoresken Neckararm künden Auskunftstafeln von der Flora und Fauna, eine Aussichtsplattform lädt ein, Fische und Eisvögel zu beobachten. Auch die Kultur kommt nicht zu kurz. Das Bootshaus am gegenüberliegenden Ufer kündigt an, dass sich die Geburtsstadt Friedrich Schillers und deren Sehenswürdigkeiten nähern. Ein Steg vor der Eisenbahnbrücke zweigt nach Marbach ab - dort harren des Dichters Geburtshaus, das Deutsche Literaturmuseum oder das Literaturmuseum der Moderne der Besucher.

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Die Mädels wollen weiter, zumal sich die Wolken bereits zu beachtlichen Gebilden auftürmen. Mal sehen, ob es hält. Der Steg bleibt rechts liegen, die Räder pirschen sich an einem Sportplatz und Wiesen vorbei hinein nach Benningen. Hier ist Obacht geboten: Der gut ausgeschilderte Weg führt an einer befahrenen Brücke mit schmalem Gehsteig über den Neckar. Auf der anderen Neckarseite geht es wieder direkt am Kanalufer und an Gärten entlang. Eine Brücke führt nach Freiberg, wo jene, deren Kinder hier aus der Tour aussteigen wollen, in eine S-Bahn einsteigen können.

Sophia und Toni murren auch schon etwas, aber sie können mit der Aussicht auf die vom Fotografen als "die beste der Region" angekündigte Eisdiele in Pleidelsheim bei Tretlaune gehalten werden. Am Ortseingang sind nicht nur Boote in der Schleuse zu beobachten, sondern auch Schwäne. Hinter Büschen versteckt sich ein Spielplatz - eine echte Entdeckung für Kinder. Auch das Eis lässt keine Wünsche offen. Das Wetter allerdings schon. Kaum in der Eisdiele angekommen, prasselt der erste Schauer herunter, kaum wieder auf dem Rad, folgt der zweite, ein nicht mehr endender. Die Straßen verwandeln sich in Seen. Triefend wird beschlossen, die acht Kilometer über den Landradweg nach Bietigheim-Bissingen zu nehmen - zum nächsten Bahnhof. Die Kleine ist froh. Sie hat mehr als 23 Kilometer auf dem Rad hinter sich gebracht. Ihr Fazit: "Eine schöne Tour, aber das nächste Mal machen wir nur Teile. Und dass es geregnet hat, war dann doch lustig - ein echtes Abenteuer."

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