Tour de Region: Etappe 6 Radeln und Rasten im Rottal

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Vorbei an Kühen und Lamas – ein kurzer Ausflug in den Schwäbischen Wald ist wie ein Kurzurlaub. Die Tour dauert knapp drei Stunden.

Mit Schwung hinunter ins Rottal – später geht’s dann steil bergauf. Foto: Stoppel
Mit Schwung hinunter ins Rottal – später geht’s dann steil bergauf. Foto: Stoppel

Erlach - Diese Tour beginnt gemütlich: In Erlach geht es zunächst zwei Kilometer immer bergab-bis nach Liemersbach. Der zehnjährige Felix saust mit seinem Rädle gleich los. Ella (zwölf) und Lorenz (16) sowie die vier Erwachsenen rollen hinterher. Im Rottal scharf rechts abbiegen - und schon beginnt die Idylle. Ein paar Wanderer grüßen die Radler, die nun etwa sieben Kilometer weit immer an der Rot entlang fahren.

Vor gut 200 Jahren war die Postkutsche von Stuttgart nach Schwäbisch Hall in diesem Tal unterwegs. Felix interessieren solche Storys im Moment aber nicht, er radelt lieber weiter. Vögel zwitschern, der Bach plätschert. Wer bereits jetzt eine Stärkung benötigt, der könnte einkehren in die Gaststätte Zur Einkehr. Wir treten lieber noch ein bisschen in die Pedale, fahren vorbei an einem Sägewerk und an zwei Stationen des Fuxi-Naturlehrpfads. An einem kleinen See versucht ein Angler sein Glück. Verfahren ist im Rottal unmöglich. Nach ein paar Minuten tauchen die Überreste der sagenumwobenen Hankertsmühle auf. Anno 1909 soll die Frau des Müllers von einem Treibriemen erfasst und getötet worden sein.

Bei der Traubenmühle werden die Radler von einem alter Mann empfangen, der vor seinem Haus Blüten- und Waldhonig verkauft. Werner Gebert heißt der Herr mit dem Schalk im Nacken. "Wenn Sie besseren Honig finden als hier, dann kostet der nächste von mir nix", sagt er und lacht.

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"Das Rottal ist viel schöner, als ich dachte", erklärt Ulrike Essig, die beim Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) arbeitet und die Testfahrergruppe für dieser Etappe zusammengestellt hat. Ihre Schwester ist mit von der Partie, ein Bekannter und die drei Schüler, alle leben in Stuttgart. "Ideal für Kinder" sei diese Gegend, ab vom Schuss und doch nicht weit weg von der Landeshauptstadt. Kaum Autos, auch nicht auf den Landstraßen.

In Wielandsweiler gibt es einen Gasthof, das Rössle. Von hier aus führt der Weg parallel zur Landstraße1050 in Richtung Süden. Bei der Hammerschmiede kann man ein historisches Wasserrad besichtigen und im Gasthaus zum Wasserrad rasten. Wir indes folgen dem Schild Rottal-Radweg nach rechts. "Da hat's Kühe", ruft Ella. Und einer der Erwachsenen ergänzt: "glückliche". "Und da ein Lama", ruft das Mädchen und lacht sich halb kaputt. "Das sieht so witzig aus." Für Ulrike Essig ist spätestens jetzt klar: "Die Tour ist wie ein Tag Urlaub"-dabei dauert die Runde inklusive Pausen kaum drei Stunden.

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