Tour de Region: Etappe 9 Unbeugsame Eichen und Kommunisten

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Die letzte Etappe der Tour de Region führt von Degerloch nach Ruit und weist kaum Steigungen auf - ideal für Kinder.  

Hauch der Geschichte: die Fahrt durch den herrlichen Eichenhain Foto: Steffen Honzera
Hauch der Geschichte: die Fahrt durch den herrlichen Eichenhain Foto: Steffen Honzera

Stuttgart - Selbst mittelmäßige Radfahrer schaffen diese Tour in 45 Minuten - wir haben sechs Stunden gebraucht, und das, obwohl wir diverse Reiter- und Ponyhöfe sowie den Fernsehturm links liegen gelassen haben. Sprich: Diese Strecke bietet unglaublich viele Anlässe zum Anhalten, Schauen und Genießen. Ambitionierten Papas kann man so nur empfehlen: cool bleiben. Hier hat der Nachwuchs Vorfahrt.

Schon die Fahrt mit der Zacke vom Marienplatz nach Degerloch ist ein Erlebnis, das unsere zwei Jungs am liebsten noch ein paar Mal wiederholt hätten. Nur 500 Meter nach dem Start folgt bereits der erste Stopp, denn wir stoßen mitten in Degerloch auf eine Wildsau: Vom dem Sitz des Landesjagdverbands in der Felix-Dahn-Straße posiert ein Wildschwein in Originalgröße, das gebührend bestaunt und beklopft werden muss. Und einen Kilometer weiter wechseln wir die Sportart: In der Kletteranlage des Alpenvereins auf der Waldau schmuggeln wir uns am Empfang vorbei, und die Kinder probieren sich im Garten an leichten Routen aus. Kraxeln statt radeln - so verrinnt die Zeit.

Ein märchenhaftes Meer von Grün

Auch fürderhin bleibt das Radfahren Nebensache; bis zum Haus des Waldes sind es keine fünf Minuten. Dort am idyllischen Forsthaus mit See und Backhäuschen könnte man leicht einen ganzen Nachmittag verbringen. Die Kinder balancieren über das große Spinnennetz im Garten, sie inspizieren in der Ausstellung eine Dachshöhle, und sie bestaunen die ausgestopften Füchse, Mäusebussards, Rehkitze und Uhus. Sogar Computerspielen darf man hier - allerdings muss man beim ökologischen PC-Waldtest den Strom auf der eingebauten Radelanlage selbst produzieren. Derweil kann die Mama ihre Fähigkeiten als Kräuterhexe erweitern, denn im Garten wachsen gut beschildert Dutzende von Heilpflanzen. Und der Papa kann, falls er schon immer von einer alternativen Karriere als Förster geträumt hat, einen echten grünen Försterkittel überstreifen.

Die Tour als PDF

Mit einem geschenkten Buchenpflänzchen im Gepäck, das wir zuhause im Garten eingraben wollen, kommen wir endlich mal etwas voran. Doch nach weiteren anderthalb Kilometern sind es nun die Eltern, die unbedingt schon wieder absteigen wollen: Die Tour führt durch das Naturschutzgebiet "Eichenhain" am Rande von Riedenberg. Aberdutzende von teils 300 Jahre alten Eichen bilden ein märchenhaftes Meer von Grün - hier weht nicht nur der Wind durch die Bäume, hier weht auch ein Hauch von Geschichte.

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