Es geht steil hoch von Gingen aus zu den Fernwanderwegen Albtraufgänger und HW1 (Albsteig). Dennoch haben sich kürzlich mehr als 20 Menschen darauf eingelassen, ein Stück dieses Wegs hochzumarschieren, darunter Landrat Markus Möller, der Gingener Bürgermeister Marius Hick und auch Alexander Lahl, der Regionaldirektor des Verbands Region Stuttgart.
Sie eröffnen dort offiziell das erste Trekking-Camp im Landkreis Göppingen. Es ist ein idyllischer Ort, eine Lichtung im Wald mit Aussicht auf den Höhenzug auf der anderen Seite von Gingen. Platz gibt es für drei Zelte, höchstens Vier-Mann-Zelte sind erlaubt. Zwei kleine Zelte wurden von der Esa, der Erlebnisregion Schwäbischer Albtrauf, speziell für die Fotos aufgestellt. Der dritte Platz ist für diese Nacht tatsächlich bereits gebucht und zwar von dem Influencer Marc-Aris, der dort mit einem Freund übernachtet und die neue „Location“ unter seinem Accountnamen „Arisoutdoors“ mit seinen Followern teilen will.
Wenig Schnickschnack auf der Lichtung
Für die Camper steht ein Holztisch mit zwei Bänken zur Verfügung, an diesem Nachmittag mit einem Korb voller Snacks und Getränken bestückt. Darüber hinaus gibt es eine Komposttoilette in einem kleinen Holzhäuschen am Rand des Platzes. Das war’s. „Kein Schnickschnack, dafür Vogelstimmen, frische Luft und ein Himmel voller Sterne“, so wirbt die Esa auf ihrer Homepage, auf der ein Übernachtungsplatz auch gebucht werden kann.
Es handelt sich um ein Versuchsjahr, erzählt Florian Pointke, Tourismusmanager des Landkreises Göppingen, aber es sei „schon auf Dauer angelegt, weil wir davon ausgehen, dass die Nachfrage da ist“. Vermutlich würden diesem ersten Trekking-Camp in Zukunft noch weitere solcher Übernachtungsplätze entlang der Fernwanderwege folgen. „Die Idealvorstellung ist es ja, dass Fernwanderer mit Zelt dank solcher Camps zu Fuß über die ganze Alb kommen“, ergänzt Florian Pointke.
Ein „kleiner Baustein im Tourismuskonzept“
Tatsächlich seien bereits 16 Reservierungen eingegangen, berichtet Landrat Markus Möller. Er habe sich anfangs gar nicht vorstellen können, dass ein Trekking-Camp einen Mehrwert für den Landkreis schaffe, bekennt der Landrat, aber inzwischen sei er davon überzeugt, dass „mit diesem kleinen Baustein im Tourismuskonzept etwas sehr Schönes für den Landkreis initiiert wurde, mit dem wir unsere Region noch attraktiver für Gäste machen.“ Interessant ist das Trekking-Camp seiner Ansicht nach nicht nur für Fernwanderer, sondern auch „für robustere Abenteurer hier im Landkreis, die etwas Naturnahes erleben wollen“.
Insgesamt 26.000 Euro haben der Landkreis Göppingen und der Verband Region Stuttgart jeweils zur Hälfte in die Hand genommen, um das Trekking-Camp zu finanzieren.
Markus Möller bedankt sich bei Regionaldirektor Alexander Lahl für die finanzielle Unterstützung, bei Bürgermeister Marius Hick für die Bereitschaft der Gemeinde Gingen, ihren Gemeindewald zur Verfügung zu stellen und bei der Einrichtung des Platzes zu helfen und bei den Mitarbeiterinnen der Esa dafür, dass sie den laufenden Betrieb betreuen und den Platz vermarkten.
Niederschwellige Angebote für alle Generationen
Die 13.000 Euro, mit der der Landschaftspark Region Stuttgart das Projekt unterstützt habe, sei eine „Investition in Lebensqualität, in Nachhaltigkeit und in den Zusammenhalt in der Region“ gewesen, betonte Alexander Lahl. Mit dem Geld werde naturnaher Tourismus gefördert, es würden niederschwellige Angebote für alle Generationen geschaffen, Regionen als attraktive Lebens- und Erholungsräume ausgebaut und – das sei ihm ein Herzensanliegen – „immer eine Partnerschaft verwirklicht“. Ein „Kleinod“ nennt Bürgermeister Marius Hick das Gelände, auf dem sich das Trekking-Camp befindet. Er bezeichnet sich als „tourismusaffin“ und das Trekking-Camp als „tolle Sache“. Auch einen „Camp-Ranger“ gebe es bereits, betont er und stellt Dominik Pfeiffer vor, dessen Joggingstrecke am Camp vorbeiführt und der deshalb regelmäßig nach dem Rechten sehen werde.
Tourismus in der Region Stuttgart
Zuschüsse
Der Verband Region Stuttgart fördert die regionale Entwicklung, den Nahverkehr, die Wirtschaft und die Landschaftsplanung. Das zentrale Instrument des Verbands zur Freiraumentwicklung ist der „Landschaftspark Region Stuttgart“. Seit 2005 wertet der Verband durch ihn Natur und Landschaft in Kooperation mit den Kommunen auf.
Hintergrund
Es ist eine gesetzliche Pflichtaufgabe des Verbands, die grüne Infrastruktur planerisch und finanziell zu fördern.
Kosten
Eine Übernachtung im Trekking-Camp kostet 15 Euro und kann auf der Homepage www.mein-albtrauf.de/trekkingcamp gebucht werden.