Tourismus Stuttgart will mehr Freizeittouristen anlocken

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Immer mehr Besucher kommen nach Stuttgart, allerdings sind die meisten von ihnen Geschäftsreisende. Um in Zukunft auch mehr Freizeittouristen anzulocken will Stuttgart Marketing am Image der Stadt arbeiten – und setzt dabei auf Porsche und Daimler.

Nicht nur Geschäftsreisende, auch Familien kommen gezielt nach Stuttgart. Foto: Steinert
Nicht nur Geschäftsreisende, auch Familien kommen gezielt nach Stuttgart. Foto: Steinert

Stuttgart - Es ist wohl auch dem momentanen Reisetrend zu Städtetrips zuzuschreiben, dass Stuttgart im vergangenen Jahr wieder einmal mehr Besucher und Übernachtungen verzeichnet hat als 2013: In der Landeshauptstadt registrierte das Statistische Amt der Stadt rund 3,5 Millionen Übernachtungen – im Vergleich zum Vorjahr, in der 3,2 Millionen gezählt wurden, ist das eine Steigerung von 8,3 Prozent. „Langfristig stellen wir einen stabilen Aufwärtstrend fest, seit dem Jahr 2000 haben sich die Übernachtungszahlen um 68 Prozent erhöht“, sagt der Touristik-Chef Armin Dellnitz.

Nur 26 Prozent sind Freizeitreisende

Ein Gros (66 Prozent) der Übernachtungsgäste in Stuttgart sind immer noch die Geschäftsreisenden. „Zwar stammen die letzten statistischen Erhebungen aus dem Jahr 2010, aber wir gehen nicht davon aus, dass sich die Zahlen stark verändert haben“, sagt Dellnitz. Rund acht Prozent verbinden den Businesstrip mit touristischen Angeboten der Stadt, nur 26 Prozent seien Freizeitreisende. „Wenn die Wirtschaft einmal hustet“, wie Dellnitz es nennt, „dann könnte es schwierig werden, bei den Rekordübernachtungen zu bleiben.“ Deswegen will man sich bei Stuttgart Marketing in der kommenden Zeit auch explizit um die Freizeittouristen bemühen. Dazu will man bei Stuttgart Marketing zuerst am Image der Stadt arbeiten. Da sei noch „Luft nach oben“, sagt der Touristik-Chef.

Generell kämen die Freizeittouristen vor allem wegen der beiden Autobauer Daimler und Porsche in die Landeshauptstadt. „Das sind unsere Leuchttürme, und wir wollen die Stadt als Geburtsstätte des Automobils noch weiter in den Mittelpunkt stellen“, sagt Dellnitz.

Auch in der Region steigt die Anzahl der Übernachtungen

Nicht nur in Stuttgart hat die Zahl der Übernachtungen zugenommen. In der Gesamtregion zeigt die Tendenz nach oben: Im Jahr 2013 wurden 7,6 Millionen Übernachtungen gezählt, 2014 waren es knapp 8,2 Millionen (die Übernachtungen in der Landeshauptstadt sind dabei miteingerechnet). Damit wurde das Übernachtungsvolumen im Vergleich zum Vorjahr um 6,9 Prozent gesteigert. Mit diesem Zuwachs liegt die Region über dem Bundesland Baden-Württemberg, das im vergangenen Jahr ein Plus von 2,9 Prozent erzielte. Den prozentual höchsten Zuwachs erreicht gemeinsam mit der Landeshauptstadt der Landkreis Esslingen: Der Zuwachs beträgt hier 8,3 Prozent.

Auch die Zahl der Touristen – oder Ankünfte, wie es im Fachjargon heißt – steigt weiterhin: Waren es im Jahr 2013 noch 1,7 Millionen Ankünfte, sind im vergangenen Jahr 1,8 Millionen gezählt worden.

Der Kirchentag soll viele Touristen in die Stadt bringen

Die meisten Übernachtungen gibt es in der Region im Oktober: Anlass dafür ist das Cannstatter Volksfest. Ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor ist auch, dass Stuttgart mit dem VfB einen Erstligisten beherbergt. Sollte die Fußballmannschaft absteigen, wäre das folglich ein wirtschaftlicher Schaden für die Einzelhändler und ein Imageschaden für die ganze Stadt. Aber vielleicht lässt sich das mit göttlichem Beistand wieder ausgleichen: Schließlich bringt im Juni der Kirchentag eine Menge Touristen in die Stadt – und die, so ist die Hoffnung, werden im Anschluss positiv über die Stadt berichten.




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