Tourismus und Corona Digitaler Impfpass kommt zur Ferienzeit

Der digitale Impfpass soll das Reisen erleichtern. Foto: imago/Sven Simon
Der digitale Impfpass soll das Reisen erleichtern. Foto: imago/Sven Simon

Die EU-Staaten wollen ein einheitliches Impfzertifikat anbieten. In Deutschland entwickelt man die passende App dazu. Ab Ende Juni soll sie im Einsatz sein.

Volontäre: Felix Ogriseck (fog)
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Berlin/Brüssel - Der Europäische Rat hat Ende Januar beschlossen, ein digitales Impfzertifikat einzuführen, das unter allen Mitgliedstaaten anerkannt sein und Grenzübertritte erleichtern soll. Inzwischen ist geklärt, wann die Entscheidung von deutscher Seite aus verwirklicht werden kann. Von Ende Juni an soll der digitale Impfpass zum Einsatz kommen. Dies kündigte das Bundesgesundheitsministerium am Mittwoch in Berlin an. Deshalb entwickeln verschiedene Unternehmen im Auftrag des Bundes momentan die technische Infrastruktur. Der Start des kostenlosen Angebots kommt passend zur Ferienzeit, die für europäische Urlaubsländer wie Griechenland wirtschaftlich extrem wichtig ist.

Was wird im digitalen Impfpass gespeichert?

Auf dem Smartphone sollen Maßnahmen hinterlegt werden, die die Ausbreitung des Coronavirus verhindern können. Etwa eine Impfung, Testergebnisse oder möglicherweise eine bereits überstandene Corona-Erkrankung. Außerdem werden Daten hinterlegt, die zur Identifikation der Person dienen, etwa der Name und das Geburtsdatum. Die Daten werden zudem dauerhaft nur auf dem Smartphone gespeichert.

Wer bekommt den digitalen Impfpass?

Jeder, der ein Impfangebot bekommen hat, kann sich diese Impfung nicht nur in seinem gelben Impfpass vermerken lassen, sondern auch via App auf dem Smartphone als QR-Code einscannen. Das soll sowohl beim Hausarzt als auch in den Impfzentren möglich sein. Bei Verlust des Smartphones kann der Barcode erneut eingescannt werden. Bereits geimpfte Personen sollen zudem die Möglichkeit bekommen, den Impfnachweis nachträglich zu erhalten. Wie das genau umgesetzt wird, ist nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums noch nicht klar.

Wie kann der Impfpass kontrolliert werden?

In der Smartphone-App des Nutzers wird ein QR-Code angezeigt, der von Dienstleistern mit einer eigens dafür entwickelten App eingescannt werden und so überprüft werden kann. Wichtig dabei ist, dass ein zweites, amtliches Dokument bei der Kontrolle vorgelegt werden muss, etwa der Personalausweis. Nur so ist die Identifikation der Person möglich. Ob eine überstandene Corona-Infektion bei der Kontrolle gleichwertig mit einem vollständiger Impfschutz gewertet werden soll, ist ebenfalls noch nicht klar. Bei der Klärung dieser Frage sei man noch auf Ergebnisse aus der Forschung angewiesen, heißt es aus der Bundesregierung.

Wer entwickelt das Impfzertifikat?

Das Bundesministerium für Gesundheit hat die Unternehmen IBM, Ubirch, Govdigital und Bechtle mit der Entwicklung einer Impfpass-App beauftragt. Auf seiner Website weist das Gesundheitsministerium zudem darauf hin, dass von einem EU-weit einheitlichen Entwicklungsprojekt abgesehen wurde, um die Fertigstellung nicht zu verzögern.

Was ist das grüne Zertifikat?

Der vom Gesundheitsministerium in Auftrag gegebene digitale Impfpass soll mit dem sogenannten grünen Zertifikat der EU kompatibel sein. Unter diesem Namen werden gemeinsame technische und inhaltliche Richtlinien aufgestellt, um die Zertifizierungsmethoden einzelner EU-Staaten anzugleichen. So soll der Nachweis in jedem Land akzeptiert werden und könnte bewirken, dass Quarantäneregeln entfallen. Am Mittwoch haben sich die EU-Mitgliedstaaten auf dieses Vorgehen geeinigt. Um den Prozess zu beschleunigen, hatten die einzelnen Staaten bereits zuvor begonnen, an der technischen Umsetzung zu arbeiten.

Wie sicher ist die Technik?

Informationen zur Person sowie medizinische Informationen werden nur kurzzeitig auf Servern gespeichert und liegen später nur noch auf dem eigenen Smartphone vor. Die Daten werden, so das Gesundheitsministerium, ähnlich wie in der Corona-Warnapp nach den Standards des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik verschlüsselt. Ob der Impfpass dabei in die Corona-Warnapp integriert werden soll, ist noch nicht entschieden. Einen strukturierten Datensatz der Nutzer soll es nicht geben. Dieser bleibt nach wie vor Teil der Planungen zur Umsetzung einer elektronischen Patientenakte. Diese soll aber nicht in der Pandemie kommen, sondern nach wie vor erst im Jahr 2022.




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