Tourismusbetrieb Ludwigsburg stellt Bilanz vor Das Stadtmarketing lässt sich die Stadt was kosten

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Wegen des Stadtjubiläums vergrößert sich das Defizit des Ludwigsburger Eigenbetriebs Tourismus und Events. Der neue Geschäftsführer will das Forum am Schlosspark für den Wettbewerb flott machen.

Im  Ludwiwsburger Forum am Schlosspark wird die Küche saniert Foto: Pascal Thiel
Im Ludwiwsburger Forum am Schlosspark wird die Küche saniert Foto: Pascal Thiel

Ludwigsburg - Daran, dass die Bilanz des Eigenbetriebs Tourismus und Events alljährlich ein Defizit von etwa sechs Millionen Euro ausweist, haben sich die Ludwigsburger Stadträte fast schon gewöhnt. Am Jahresende 2017 allerdings haben ihnen der Stadtkämmerer Ulrich Kiedaisch und Mario Kreh, der Geschäftsführer des Eigenbetriebs, noch eins drauf gepackt: Im neuen Wirtschaftsplan ist ein Defizit von 6,74 Millionen Euro ausgewiesen.

Begründet wird das mit Mehrausgaben im anstehenden Jubiläumsjahr – Ludwigsburg feiert 2018, dass es vor 300 Jahren zur Stadt erhoben wurde – sowie mit dringend notwendigen Sanierungen am Forum am Schlosspark. Diese Sanierungen werden die Stadtkasse vermutlich auch noch in den Folgejahren 2019 bis 2021 strapazieren.

Forum ist in die Jahre gekommen

Stuttgart plane ein großes Kulturzentrum, sagt Kreh. „Ein Grund mehr, warum wir zusehen müssen, dass wir mit dem Forum konkurrenzfähig bleiben.“ Auch wenn die augenblickliche Auslastung des Forums sowohl bei den Kulturveranstaltungen als auch bei Kongressen und Tagungen sehr gut sei, dürfe man sich nicht ausruhen. Stuttgart sei nur ein Beispiel, auch der Wettbewerb mit den bereits vorhandenen Hallen werde zusehends schärfer.

Ein besonders großer Brocken werde sicher die Sanierung der Küche im Forum sein. Zudem müsse auch die Veranstaltungstechnik auf den neuesten Stand gebracht werden – und zwar auch in den Konferenz- und Seminarräumen. „Das Haus ist inzwischen 30 Jahre alt“, sagt Kreh, „das merkt man dann auch an der Ausstattung.“

Mehrkosten von etwa 200 000 Euro verursache im kommenden Jahr auch die Einführung der neu entwickelten Marke Ludwigsburg. „Wir müssen das neue Corporate Design starten“, sagt Mario Kreh. „Die Stadt hat allein 40 verschiedene Publikationen.“ Unter anderem müsse sich in ihnen das neue Image widerspiegeln. Zeitgleich arbeitet Elmar Kunz, der im November zum stellvertretenden des Leiter des städtischen Eigenbetriebs gewählt worden ist, an einem neuen Tourismuskonzept. Im Laufe des Jahres 2018 soll es vorgestellt werden.

Ziel: 80 Veranstaltungen für die Arena

Die MHP-Arena sei aktuell an 80 Tagen belegt, das entspreche 60 bis 65 Veranstaltung im Jahr, sagt Mario Kreh. Die exakte Zahl hänge davon ab, wie weit die Basketballer der MHP-Riesen in der nächsten Saison kämen. Sein Ziel sei es, 80 Veranstaltungen in die Arena zu bringen, sagte der Manager, der die Stelle im Ludwigsburger Eigenbetrieb erst im Juli 2017 übernommen hat. Bis dahin war er für das Management der EWS-Arena in Göppingen zuständig. Der Aufwand für die Venezianische Messe beläuft sich auf ungefähr 250 000 Euro.