Trotz eisiger Temperaturen haben sich am Sonntag mutige Schwimmer in Remseck in den Neckar gewagt. Bunte Kostüme und ein schwimmender Grill sorgten dabei für Aufsehen.
Während die meisten wohl den Sonntag warm eingepackt auf der Couch oder bei einem winterlichen Spaziergang verbrachten, haben sich am Vormittag insgesamt 127 Mutige stattdessen in die Fluten des Neckars gestürzt.
Beim traditionellen Winterschwimmen der DLRG Ludwigsburg/Remseck legten die Teilnehmer eine Strecke von 3,5 Kilometern zurück – vom Neckarstrand in Remseck bis zum DLRG-Steg am Wasserrettungszentrum Schießtal. Bei einer Außentemperatur von -2 Grad und einer Wassertemperatur von nur einem Grad benötigt das nicht nur Überwindung, sondern auch eine gute Ausrüstung.
Neoprenanzug ist Pflicht
„Wir lassen niemanden mehr ohne Neoprenanzug schwimmen“, sagt Markus Degro, Bezirkstauchwart. Auch wenn Ärzte und Sanitäter vor Ort sind, sei es ein unnötiges Risiko, ohne Anzug in den Neckar zu steigen. Ganz vor dem kalten Wasser schützen kann man sich dennoch nicht. Es fließt von oben in den Anzug hinein. Der dünne Wasserfilm zwischen Haut und Anzug wird jedoch durch die Körperwärme erwärmt und isoliert, sodass man warm bleibt. Viele Schwimmer nutzen zudem einen Trick. „Wenn man vor dem Schwimmen schon warmes Wasser in den Anzug füllt, kann weniger kaltes Wasser eindringen“, erklärt Degro: „So kann man den Temperaturschock mindern.“
Seit über 60 Jahren findet das Winterschwimmen statt
Das Winterschwimmen fand am Sonntag bereits zum 63. Mal statt. „Es ist damals eigentlich entstanden, um zu beweisen, dass wir auch im Winter einsatzfähig sind“, so Degro. Inzwischen sind die Mitglieder der DLRG vor allem als Helfer vor Ort. „Wir bekommen Unterstützung von verschiedenen Ortsgruppen wie Ulm, Esslingen, Herrenberg oder dem Ostalbkreis.“
Mit den Jahren ist aus der Aktion eine bunte Tradition mit Preisverleihungen entstanden. „Wir vergeben Preise für die besten Kostüme, die weiteste Anreise oder die größte Gruppe.“ Besonders spannend war in diesem Jahr ein schwimmender Grill. „Ich hatte Sorge, dass er direkt untergeht“, sagt Degro. „Er hat es aber tatsächlich bis ins Ziel geschafft.“ Wie viele Würstchen die Gruppe auf dem Weg verteilt hat, bleibt unklar.