Traditionshaus Maute Benger schließt Ein Opfer der Politik

Ausverkauf: Maute Benger schließt im Sommer 2023. Foto: LICHTGUT/Max Kovalenko

Viele Demonstrationen, schlechte Erreichbarkeit und ein schlechtes Image der Stadt: All das und die Folgen einer maßlosen Lockdown-Politik machen es inhabergeführten Läden immer schwerer, zu überleben, meint Lokalredakteur Martin Haar.

Sabine Hagmann, die Hauptgeschäftsführerin des Handelsverbandes, dürfte jetzt keine Freude, aber Genugtuung verspüren. Denn sie hat mit ihren Mahnungen Recht behalten. Oft und leidenschaftlich hat sie versucht, der Politik zu vermitteln, die Coronamaßnahmen mit Augenmaß umzusetzen. Sie wusste: Sonst wird es Insolvenzen und Schließungen geben. Sie wusste unter anderem, dass beispielsweise die Erlaubnis für die Lebensmittler im Lockdown ein Komplettsortiment feilzubieten oder andere Ungleichbehandlungen zu tolerieren, Opfer fordern wird. Nun haben alle, die nicht zuhören wollten, ein prominentes Beispiel.

 

Handel ist für viele der Grund, in die City zu kommen

Maute Benger macht nach fast 180 Jahren den Laden dicht. Für die Stuttgarter ist dies ein Verlust – vor allem emotional. Denn solche Häuser sind mehr als Warenhäuser. Handel ist mehr als Geldverdienen oder Geldausgeben. Handel hat auch eine soziale Funktion. Und Handel ist für die meisten der Grund, die City zu besuchen. Auch von außerhalb. Bedeutet: Will man in Zukunft nicht weitere Schließungen beklagen, muss sich in der Verwaltung und im Gemeinderat der Wind drehen. Die Stadt muss erreichbar bleiben – mit allen Verkehrsmitteln. Die Rahmenbedingungen für Gastro, Kultur und Handel müssen (noch) besser werden.

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