Trägödie in Rio de Janeiro Fußballtalente sterben in Feuerhölle auf Trainingsgelände

Von red/SID 

Bei einem Brand auf dem Trainingsgelände des brasilianischen Fußball-Topklubs CR Flamengo in Rio de Janeiro sind mehrere Nachwuchsfußballer ums Leben gekommen.

Eine defekte Klimaanlage soll den Brand ausgelöst haben. Foto: AP 5 Bilder
Eine defekte Klimaanlage soll den Brand ausgelöst haben. Foto: AP

Rio de Janeiro - Eine Feuer-Tragödie mit zehn Toten hat am Freitag Brasiliens Fußball in tiefe Trauer gestürzt. Bei einem vermutlich von einer defekten Klimaanlage ausgelösten Brand auf dem Trainingsgelände des Topklubs CR Flamengo in Rio de Janeiro versperrten Flammen die Fluchtwege aus den Schlafsälen des Wohnquartiers für Jugendmannschaften. Acht Nachwuchsfußballer wurden bereits identifiziert, bei den anderen beiden Leichen soll es sich ebenfalls um Jugendliche handeln. Zunächst hatte es geheißen, dass vier Mitarbeiter aus dem Betreuerstab unter den Opfer seien. Drei weitere Jugendliche im Alter von 14 und 15 Jahren wurden in nahe gelegene Krankenhäuser gebracht, zwei in stabilem Zustand, einer mit schwersten Verbrennungen.

Zico und Vinicius Junior äußern sich

Nur wenige aus weiter entfernten Regionen kommende Nachwuchskicker hatten die Nacht in dem in Vargem Grande am äußersten Westrand der Stadt gelegenen Klubquartier Ninho do Urubu verbracht, weil nach einem schweren Unwetter, das am Mittwoch Rio in ein Chaos verwandelt hatte, alle noch bis zum Wochenende anstehenden Trainingseinheiten abgesagt worden waren. Flamengo-Idol Zico, zurzeit als Technischer Koordinator von Kashima Antlers in Japan, forderte bereits per Instagram: „Ich hoffe, es wird alles genauestens ermittelt, denn eine Tragödie wie diese darf nicht ungestraft bleiben.“ Entsetzt zeigte sich auch Real Madrids Supertalent Vinicius Junior. „Wenn ich an die Tage und Nächte denke, die ich im Trainingsquartier verbracht habe, schaudert es mir. Ich kann es noch gar nicht fassen“, schrieb das 18 Jahre alte Flamengo-Eigengewächs auf Twitter.

Das Wohnheim für den Nachwuchs war 2016 in Betrieb genommen worden. In einer zweiten Bauphase war vor wenigen Wochen ein neuer Komplex fertiggestellt worden, der Umzug der ersten Jugendmannschaften lief bereits. „In Trauer und Tränen mit denen, die auch vor Schmerz angesichts dieser Tragödie weinen“, bekundete auch der ehemalige Bremer und Wolfsburger Diego, der auf demselben Gelände mit den Flamengo-Profis trainiert und damit fast täglich am kurz hinter dem Eingangstor gelegenen Feuerort vorbeifährt. Als erstes Todesopfer wurde der Leichnam des 15 Jahre alten Torhüters Christian Esmerio identifiziert, der in der brasilianischen U15-Selecao spielte. Aufgrund der Tragödie wurde das für Samstag angesetzte Stadtderby zwischen Flamengo und Fluminense sowie das zweite Halbfinale der Bundeslandmeisterschaft zwischen Resende und Vasco da Gama abgesagt.