VfB-Trainer und die Aufstellung Korkuts Suche nach Paaren

Von Dirk Preiß 

Trainer Tayfun Korkut setzt beim VfB Stuttgart auf eine starke Mittelachse. Aber das ist längst nicht alles, was dem neuen Coach wichtig ist.

Da geht’s lang: VfB-Trainer Tayfun Korkut bastelt an seiner Aufstellung für das Spiel gegen Borussia Mönchengladbach. Foto: Getty
Da geht’s lang: VfB-Trainer Tayfun Korkut bastelt an seiner Aufstellung für das Spiel gegen Borussia Mönchengladbach. Foto: Getty

Stuttgart - Weil das erste Heimspiel von Tayfun Korkut als Trainer des VfB Stuttgart erst am kommenden Sonntag stattfindet, hält sich der Coach mit detaillierten Äußerungen zur Partie gegen Borussia Mönchengladbach (15.30 Uhr) noch zurück. Wer spielt? Mal schauen. „Wir haben noch drei Trainingstage“, sagt Korkut, quittiert diese Taktiererei mit einem angedeuteten Grinsen – und gibt dann doch noch Einblicke. Zumindest in seine Gedanken, die hinführen können zu einer Startformation.

„Wichtiger als alles andere ist die Mittelachse“, sagt der Trainer und meint das Gebilde, das beim VfB drei feste Komponenten hat. Im Tor ist Ron-Robert Zieler die unangefochtene Nummer eins, im Mittelfeld hat Kapitän Christian Gentner seinen Stammplatz sicher, ganz vorne ist Mario Gomez gesetzt. Doch weil zu dritt noch selten ein Fußballspiel gewonnen worden ist, braucht es mehr als diese Stützen der Mannschaft. Und so ist Tayfun Korkut nach immer noch wenigen Tagen im Amt weiter auf der Suche – nach passenden Pärchen.

Wer harmoniert mit wem?

Nun macht der 43-Jährige keine Singlebörse auf, seiner fußballerischen Überzeugung aber entspricht es, dass sich auch auf dem Fußballplatz immer zwei finden sollten, die sportlich besonders gut harmonieren. Schon vor seinem ersten Spiel, dem 1:1 beim VfL Wolfsburg, hatte er erklärt: „Uns ging es primär darum zu sehen, wer wie gut mit wem funktionieren kann, welche Pärchen gut sein können für das Spiel, das wir brauchen.“ Zehn Feldspieler stehen am Sonntag auf dem Platz, fünf Pärchen also – die folgendermaßen aussehen könnten:

Die Innenverteidigung: Die frühere Problemzone bietet aktuell keine Beziehungsprobleme. Denn: Egal, wer in der hintersten Reihe bislang miteinander agiert hat – ein Sicherheitsrisiko war das Abwehrzentrum nie in der bisherigen Saison. Vor dem Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach ist Holger Badstuber wieder einsatzbereit. „Das ist erfreulich für ihn, aber auch für uns“, sagt Korkut und ergänzt: „Über seine Qualitäten brauchen wir nicht zu reden.“ Da der frühere Nationalspieler also wohl wieder ins Team rückt, wird er wohl an der Seite von Benjamin Pavard oder Timo Baumgartl die Defensive organisieren. Beide Varianten sollten funktionieren.

Die linke Außenbahn: Am Ende der Partie in Wolfsburg spielte Christian Gentner den Part vorne links. Ein Modell für die Zukunft ist das eher nicht. Vielmehr kommt es auf den Außenbahnen auf eingespielte Duette an. Wie erfolgversprechend diese sein können, haben jahrelang die Bayern bewiesen. David Alaba mit Franck Ribéry auf links, Philipp Lahm mit Arjen Robben auf rechts – das ist und war herausragend, zumal Robben in Joshua Kimmich einen neuen Toppartner gefunden hat. Der VfB kann diese Klasse aktuell nicht aufbieten, Lösungen gibt es dennoch. Emiliano Insua oder Dennis Aogo hinten, davor Neuzugang Erik Thommy – so könnte auf links ein Duo aussehen, das auch nach vorne Betrieb machen und den oder die Stürmer mit Flanken füttern kann. Ex-Trainer Hannes Wolf vertrat zwar einst die These: „Wer viel flankt, steht in der Tabelle hinten.“ Ein vernünftiges Flügelspiel ist – vor allem mit einem Mario Gomez in der Mitte – aber eben auch ein Schlüssel zum Erfolg.

Die rechte Außenbahn: Hinten rechts hatte Andreas Beck im Spiel beim VfL Wolfsburg zunächst keinen guten Tag. Der 30-Jährige leitete das 0:1 mit einem Ballverlust ein. Hoffnungen auf einen erneuten Einsatz darf er sich dennoch machen, schließlich ist Tayfun Korkut kein Mann für Experimente. „Ich präferiere, die Spieler auf ihren angestammten Positionen einzusetzen“, sagt der Coach, „Kompromisse zu schließen ist nie gut.“ Beck ist der einzige gelernte Rechtsverteidiger im VfB-Kader, Benjamin Pavard, eigentlich ein Mann der Mitte, ist aber auch nicht ganz fachfremd. Egal, wer von beiden aufläuft – viel hängt dann am Zusammenspiel mit Anastasios Donis oder Chadrac Akolo. Beide Offensivkräfte sind mit dem Stürmer-Gen ausgestattet, also auch auf Einzelaktionen fokussiert. Für eine funktionierende rechte Seite muss die Harmonie mit dem Hintermann noch viel besser werden.

Die Frage der Fragen: Mit Gomez und Ginczek?

Die Mittelfeldzentrale: Santiago Ascacibar und Christian Gentner galten als Duo lange als gesetzt. Korkut beorderte in Wolfsburg Gentner weiter nach vorn und stellte dem Argentinier Dennis Aogo an die Seite. Nach der Pause störten die beiden das Wolfsburger Passspiel energischer, weshalb gut möglich ist, dass diese Kombination erneut das defensive Mittelfeldzentrum besetzt. Denkbar ist aber auch, dass Kapitän Gentner wieder etwas nach hinten rück – und vorne ein zweiter Stürmer zum Einsatz kommt.

Der Angriff: Sie ist auch vor der Partie gegen Borussia Mönchengladbach die drängendste Frage im Aufstellungspuzzle des VfB: Spielen Mario Gomez und Daniel Ginczek vom Anpfiff weg gemeinsam? „Wir haben alle gesehen, dass es funktionieren kann“, sagt Korkut mit Blick auf die zweite Hälfte in Wolfsburg. Offen lässt er dennoch, ob er die beiden wichtigen Angreifer sofort gemeinsam aufs Feld schickt. Auch möglich: Dass er Gomez einen eher spielerischen Offensivmann an die Seite stellt – zum Beispiel Chadrac Akolo. Ein ähnliches Modell hatte in Stuttgart schon einmal Erfolg: Mit Cacau bildete Mario Gomez einst eben solch ein Sturmduo.

VfB Stuttgart - Bundesliga

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