Trainersuche des VfB Stuttgart Kramny darf auf weitere Chance hoffen

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Der VfB Stuttgart hat nach der Niederlage in Dortmund keine Eile, eine endgültige Entscheidung in der Trainerfrage zu treffen. Robin Dutt will sich bisher auf nichts festlegen lassen.

Jürgen Kramny erlebt eine aufregende Premiere als Bundesligatrainer. Unsere Bildergalerie zeigt Szenen der Partie gegen den BVB Dortmund. Foto: Baumann 11 Bilder
Jürgen Kramny erlebt eine aufregende Premiere als Bundesligatrainer. Unsere Bildergalerie zeigt Szenen der Partie gegen den BVB Dortmund. Foto: Baumann

Dortmund - Es gibt schlechtere Orte als das Dortmunder Stadion, um die Bühne der Fußball-Bundesliga zu betreten. Die größte Arena Deutschlands, mehr als 80.000 Zuschauer, eine einzigartige Atmosphäre – das ergibt eine neue und bestimmt auch schöne Erfahrung für Jürgen Kramny, der als Trainer des VfB II seine Arbeit jahrelang vor bisweilen nur tausend Leuten verrichtet hat. Andererseits ist in diesem Fußballtempel auch die zweitbeste Mannschaft Deutschlands zu Hause – und so gibt es für ein Debüt gewiss auch bessere Orte.

Die Stuttgarter 1:4-Niederlage bei Borussia Dortmund hat bestätigt, wovon man ausgehen musste: dass auch Jürgen Kramny mit dieser Mannschaft keine Wunder vollbringen kann. Erst am vergangenen Dienstag ist er nach der Entlassung von Alexander Zorniger (vorübergehend) zum Chefcoach des VfB ernannt worden, ihm blieben nur drei Trainingseinheiten. „Ich habe versucht, der Mannschaft Stabilität zu geben“, sagt der 44-Jährige, „aber am Ende haben wir erneut vier Tore kassiert, und das ist natürlich zu viel.“

Schwere Defensivfehler passieren auch unter Kramny

Kramny habe in seiner Ansprache „einen guten Job“ gemacht, sagt der VfB-Manager Robin Dutt, der Trainer habe sich sinnvollerweise auf „die Basics“ konzentriert. Kompakt stehen, als Team zusammenhalten, nicht aufgeben, auch wenn das Spiel nicht den gewünschten Verlauf nimmt – es sind die grundlegenden Dinge des Fußballs, von denen beim VfB in der Vorwoche gegen Augsburg (0:4) nichts zu sehen war. „Wie die Mannschaft mit der schwierigen Phase nach dem 0:2-Rückstand umgegangen ist, das hat mir gefallen“, sagt Dutt.

Kramny stand fast das ganze Spiel über vor seiner Bank. Aufmunternd klatschte er immer wieder in die Hände, wenn wieder einmal ein Pass den Mitspieler verfehlte oder ein Zweikampf verloren ging. Er gestikulierte, gab Anweisungen – und musste dann doch regelmäßig mitansehen, wie sich die schweren Fehler in der Defensive auch unter seiner Regie wiederholten. Haarsträubend war in einigen Situationen das Defensivverhalten der Flügelspieler Filip Kostic und Alexandru Maxim. An Arbeit wird es Kramny also nicht fehlen – sofern er denn noch eine Weile bleiben darf.

Dutt will in Ruhe den Markt sondieren

Das ist auch nach dem 1:4 in Dortmund völlig offen, denn Dutt will sich in der Trainerfrage auf nichts festlegen lassen. Es gebe „keinen Druck“ und „kein Zeitfenster“, sagt der VfB-Manager. Man werde in aller Ruhe und mit der gebotenen Gründlichkeit den Markt sondieren und irgendwann eine Entscheidung verkünden.

Keinen Schnellschuss soll es geben, weil es einerseits völlig ungewiss ist, ob die Kandidaten Tayfun Korkut oder Jos Luhukay die Probleme beheben könnten. Andererseits ist beim VfB viel vom Beispiel Mönchengladbach die Rede, wo André Schubert nach einer Siegesserie vom Interims- zum Cheftrainer ernannt wurde. Viel spricht also dafür, dass Kramny auch am nächsten Sonntag gegen Werder Bremen auf der VfB-Bank sitzen wird. Dieses Spiel, sagt der Trainer, „ist für uns viel wichtiger als das in Dortmund“.




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