Im freien Fall sollte der Sportsfreund die Reißleine ziehen. Der TVB Stuttgart hat sich daran gehalten und sich von Trainer Michael Schweikardt getrennt. Er hat mit seinem Heimatverein in der vergangenen Saison mit Platz elf die beste Platzierung der Vereinshistorie geschafft. Doch in dieser Runde lief so ziemlich alles schief, was schieflaufen kann.
Pokal-Aus beim Zweitligisten Coburg, 2:18 Punkte in der Liga. Bedenklich stimmen nicht nur die Ergebnisse, sondern die Art und Weise, wie die Niederlagen zustande kamen. Ohne sich großartig zu wehren, taumelte der TVB von einer Demütigung zur nächsten. Die Tordifferenz von minus 74 sagt alles.
TVB ist in ernsthafter Gefahr
Der Club mit den Wurzeln in Bittenfeld ist in seinem zehnten Bundesligajahr in ernsthafter Gefahr. Deshalb kommt der Schlussstrich nicht überraschend. Er ist vielmehr nachvollziehbar. Auch was den Zeitpunkt betrifft. Denn das nächste Spiel steht erst am 24. November an.
Letztendlich ist der Trainerwechsel das Resultat einer Personalpolitik, die nicht aufging. Wobei Michael Schweikardt, als ehemaliger Chef der Scouting-Abteilung, diesen Kader gemeinsam mit seinem Bruder zusammengestellt hat, zugegebenermaßen unter schwierigeren Rahmenbedingungen als geplant. Zum einen schlug das Verletzungspech zu, zum anderen traf die Pleite von Sponsor Wohninvest den TVB finanziell hart.
Nachverpflichtung unabdingbar
Unabhängig davon hat man die Bedeutung eines erfahrenen Steuermanns auf Rückraum-Mitte unterschätzt. Das zeigt die Nachverpflichtung, die der Club demnächst präsentieren wird. Was der TVB sonst noch braucht? Einen erfahrenen Trainer mit Leidenschaft und Emotionen sowie Handballer, die mit mehr Entschlossenheit und Herz zur Sache gehen.