Trampolinhalle in Filderstadt Gefährden Besucher der Sprungbude Fußgänger?

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Seit die Sprungbude in Filderstadt aufgemacht hat, ist dort deutlich mehr los. Und zwar nicht nur in der Trampolinhalle, sondern auch auf der Straße. Im Sommer hatten die Beschwerden abgenommen, doch der Winter ist nah.

Die Besucher der Sprungbude bedeuten mehr Autoverkehr in der Gegend. Foto: Ines Rudel
Die Besucher der Sprungbude bedeuten mehr Autoverkehr in der Gegend. Foto: Ines Rudel

Plattenhardt - Die Verkehrssituation im Weilerhau in der Zufahrt zur Sprungbude soll für Fußgänger sicherer werden – aber noch nicht sofort. Die Stadtverwaltung plant, einen Gehweg zu bauen, um die Situation zu entschärfen. Allerdings will man erst noch abwarten und den Verkehr weiter beobachten: „Die Beschwerden haben über den Sommer stark abgenommen“, sagte Baubürgermeisterin Susanne Schreiber im Technischen Ausschuss. Herbst und Winter seien die Hochphasen des Betriebs in der Trampolinhalle. Darum will die Stadtverwaltung von Januar bis März die Situation weiter beobachten und anschließend einen finalen Vorschlag machen, wie es nun weitergehen soll.

Geschwindigkeitsanzeigetafel und Halteverbot sind schon eingerichtet

Man habe besonders für den letzten Abschnitt des Weges, also zwischen Forstbetriebshof und Sprungbude, viele Beschwerden erhalten, dass die Fußgänger dort nicht sicher unterwegs sein könnten, erklärte Jan-Stefan Blessing, Chef des Ordnungsamts. „Die Konflikte sind auch belegt.“ In eigenen Untersuchungen hat das Ordnungsamt im Frühjahr in der Spitzenstunde 149 Fußgänger und 146 Fahrzeuge dort gezählt. „Die 146 Fahrzeuge sind noch ein verträgliches Fahrzeugaufkommen für dieses Gebiet“, so Blessing, „aber nicht in Kombination mit den vielen Fußgängern“.

Als erste Maßnahmen hat das Ordnungsamt eine Geschwindigkeitsanzeigentafel installieren lassen, sowie Halteverbote auf der Waldseite des Weges eingerichtet, damit dort nicht geparkt werden kann und der Platz, den Autos und Fußgänger sich teilen müssen, nicht noch weniger wird. „Verkehrsberuhigungsmaßnahmen gibt es im Weilerhau schon“, sagte Blessing und nannte etwa Gehwegnasen und das geltende Tempolimit von 30 Kilometer pro Stunde.

Das Problem sei der fehlende Gehweg. Zwei Varianten für neue Gehwegbereiche stehen im Raum, einen Schottergehweg, der rund 70 000 Euro kosten würde, und einen asphaltierten Gehweg für rund 102 000 Euro. Der Gehweg soll entlang der Tennisplätze führen, wo an der Straße auch Stellplätze für die Vereine sind. Die Straßenbreite von fünf Metern werde aber auch mit einem zusätzlichen Gehweg nicht beeinträchtigt, betonte Jan-Stefan Blessing: „Es kommen also immer noch zwei Autos aneinander vorbei.“

Zwei Varianten für einen möglichen Gehweg

Walter Bauer (SPD) regte an, ob man nicht über Tempo 10, also Schritttempo, nachdenken könne. „Wir werden prüfen, ob das möglich ist“, sagte Ordnungsamtschef Jan-Stefan Blessing und betonte: „Rein verkehrsrechtlich besteht keine Gefährdung. Aber das mangelnde Sicherheitsgefühl der Fußgänger, wenn ein Auto an ihnen vorbeirauscht, das ist definitiv da.“

Die Trampolinhalle Sprungbude hat im Dezember 2018 auf 6000 Quadratmetern eröffnet. Dafür ist die ehemalige Tennissporthalle umfänglich umgebaut worden. Bereits vor der Eröffnung hatten einige Anwohner und Stadträte befürchtet, die Attraktion könne zu viele Autos in das Weilerhau-Gebiet am Waldrand ziehen.