Trampolinturnen: EM in Russland Ein Seitensprung lässt in Sotschi Träume platzen

Tim-Oliver Geßwein kommt  in Sotschi einmal neben dem  Trampolin auf. Foto: Eva Herschmann
Tim-Oliver Geßwein kommt in Sotschi einmal neben dem Trampolin auf. Foto: Eva Herschmann

Der 25-jährige Tim-Oliver Geßwein sammelt bei seinen ersten Trampolin-Europameisterschaften zunächst Erfahrungen.

Fellbach: Eva Herschmann (eha)
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Sotschi/Schmiden - Beim sechsten Sprung in der Kür lief alles schief. Tim-Oliver Geßwein sprang zu nahe am Rand des Trampolins ab und landete neben dem Gerät. Der Sturz im Vorkampf am Freitag ließ bei den Europameisterschaften in Sotschi den Traum des 25-jährigen Waiblingers von der zweiten Runde im Einzelwettbewerb platzen. Weil auch Fabian Vogel nach einem Fehlsprung abbrechen musste, verpasste die deutsche Auswahl den angestrebten Platz im Finale der besten fünf Teams, das Belarus gewann.

Am Sonntagnachmittag ist Tim Oliver Geßwein mit seinen Mannschaftsgefährten Matthias Pfleiderer und Caio Lauxtermann eine Stunde auf Elektrorollern durch Sotschi gedüst. Anschließend hat sich die deutsche Delegation zum gemeinsamen Abschlussessen getroffen. Gut gelaunt ist Tim-Oliver Geßwein, der für die Turner des TSV Schmiden in der Verbandsliga startet, in der Runde gesessen. Denn nach dem Flop im Einzelklassement hatten er und Matthias Pfleiderer, sein Trainingsgefährte vom MTV Stuttgart, im Vorkampf des Synchronturnens den vierten Platz belegt. Nur aufgrund der Länderregelung durften die beiden Stuttgarter im Kampf um die Medaillen nicht noch einmal aufs Gerät steigen. Pro Nation durfte im Finale nur ein Paar starten, und das zweite deutsche Duo, Fabian Vogel (MTV Bad Kreuznach) und Caio Lauxtermann (SC Cottbus), hatte den Vorkampf gewonnen – und holte schließlich Bronze.

Das Sportgerät hat ein wenig auf die Seite gezogen

Es war ein kurzer Schreckmoment, als Tim-Oliver Geßwein bei seinem sechsten Sprung in der Kür vom Trampolin fiel. Sein Stützpunkttrainer Michael Kuhn stand zum Glück goldrichtig und fing den Fall mit der Matte ab. Ohne den Seitensprung wäre im Einzelwettbewerb nach der gelungenen Pflicht wohl mehr drin gewesen als der 38. Platz und das Aus nach dem Vorkampf. „Ich bin einfach nicht mehr vom Rand weggekommen“, sagt der 25-Jährige, der glaubt, den Grund für das Missgeschick zu kennen. Die Geräte in der Eisberg-Arena, wie die Halle auf dem Olympiagelände genannt wird, weil dort bei den Olympischen Spielen 2018 Eishockey gespielt wurde, hätten „ein wenig auf die Seite gezogen“, sagt er. „Alle in unserem Team haben das so empfunden.“ Auch Matthias Pfleiderer und Caio Lauxtermann brachten in der zweiten Runde ihre Programme nicht durch und schieden aus. Entweder sei es Zufall gewesen oder es sei beim Verlegen des Bodens über das Eis etwas schiefgelaufen. „Leider geht es bei uns im Sport brutal schnell und man ist raus. Aber für mich war es einfach nur geil, wieder bei einem Wettkampf zu starten, und echt cool, mit dem Team zu reisen. Ich gehe mit einem gutem Gefühl und vielen neuen Erfahrungen heim“, sagt Tim-Oliver Geßwein. Auch was Wettkämpfe in Pandemie-Zeiten anbetrifft.

Kein Teilnehmer wurde positiv auf Coronaviren getestet

Im Verlauf der Europameisterschaften in Sotschi wurde niemand positiv auf Coronaviren getestet. Auch bei der deutschen Delegation seien die regelmäßigen Testungen ausnahmslos negativ gewesen, berichtet Tim-Oliver Geßwein. Alle hätten sich an die strengen Vorschriften gehalten, die Kontakte unter den verschiedenen Länderdelegationen, gegenseitige Besuche oder gemeinsame Ausflüge untersagten. „In der Halle durften wir natürlich schon mal kurz mit anderen Athleten reden und uns austauschen. Aber abgesehen davon ist jedes Land unter sich geblieben“, sagt Tim-Oliver Geßwein.




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