Jeremy Arevalo steht unmittelbar vor einer Unterschrift bei den Stuttgartern. Der Stürmer bringt mit seinen 20 Jahren einiges an Potenzial mit.

Sport: Carlos Ubina (cu)

Der VfB Stuttgart steht unmittelbar vor der Verpflichtung eines neuen Stürmers. Jeremy Arevalo soll kommen. Im Grunde ist der 20-Jährige sogar schon da. Er soll möglichst bald den Medizincheck absolvieren, um die letzten Details des ersten Wintertransfers der laufenden Saison zu klären. Dabei bezahlt der Fußball-Bundesligist eine festgeschriebene Ablösesumme von sieben Millionen Euro für den Angreifer vom spanischen Zweitligisten Racing Santander.

 

Arevalo gilt beim VfB jedoch nicht als Soforthilfe, sondern als Perspektivspieler. Der Ecuadorianer ist also eher eine Verpflichtung wie Finn Jeltsch, nur für den Angriff. Vor knapp einem Jahr kam Jeltsch als junger Abwehrspieler vom Zweitligisten 1. FC Nürnberg und etablierte sich umgehend eine Klasse höher. Das war nicht zu erwarten. Bei Arevalo ist die Sache ähnlich angelegt: Er kann gleich durchstarten, muss aber nicht.

Christian Gentner und Fabian Wohlgemuth (v.li.) haben den nächsten VfB-Transfer eingetütet. Foto: Baumann/Julia Rahn

Dabei hat sich die Verpflichtung des Talents gar nicht so einfach gestaltet. Trotz der Ausstiegsklausel in seinem ursprünglich bis 2027 laufenden Vertrag. Denn die Verhandlungen mit dem Racing-Präsidenten Manolo Higuera waren schwierig und die Spielerseite kassiert bei dem Transfer zusätzlich noch kräftig mit – über ein Handgeld. Dennoch ist man beim VfB rund um den Sportvorstand Fabian Wohlgemuth überzeugt von Arevalo, der kürzlich in der Nationalmannschaft seines Heimatlandes debütiert hat.

Arevalo wird als Mittelstürmer geführt und hat in 18 Ligaspielen bislang acht Treffer für Zweitliga-Spitzenreiter Racing erzielt. Der Offensivspieler ist mit seinen 1,82 Meter an Körpergröße aber kein klassischer Stoßstürmer, sondern einer, der sich zurückfallen lässt und in andere Räume als den Strafraum ausweicht. Er gilt zudem in Eins-gegen-eins-Situationen als durchsetzungsstark und technisch versiert, mit gutem linken Fuß.

Ein typischer VfB-Transfer unter Wohlgemuth und dem Trainer Sebastian Hoeneß möchte man meinen, da auch Niclas Füllkrug (vor Wechsel zum AC Mailand) zu haben gewesen wäre. Doch die Stuttgarter setzen auf Arevalos Entwicklungspotenzial und nicht auf die Erfahrung eines 32-Jährigen. Zumal sie in Deniz Undav und Ermedin Demirovic schon über zwei routinierte und meinungsstarke Angreifer im Kader verfügen.