Als alle Fans auf die Nachricht einer Neuverpflichtung warteten, überraschte der VfB Stuttgart am Sonntag erst einmal mit einer Vertragsverlängerung: Josha Vagnoman bleibt nun bis 2028 ein Weiß-Roter. Am vorletzten Tag der Transferperiode machten die Stuttgarter dann aber auch in der erwarteten Disziplin Nägel mit Köpfen.
Für die zuletzt dezimierte Offensivabteilung kommt Badredine Bouanani zum VfB – und erhält mit der 27 eine Rückennummer, die zuletzt nicht ganz unbedeutend war. Zunächst trug sie Mario Gomez und beendete mit dem Aufstieg 2020 seine erfolgreiche Karriere als aktiver Fußballer. Und bis zum Ende der vergangenen Saison prangte die Zahl auf dem Rücken von Chris Führich – der so immerhin deutscher Nationalspieler wurde. Nun also: Badredine Bouanani.
„Cooler Name“, hatte Fabian Wohlgemuth am Samstagabend noch gemeint – und wollte nach dem 1:0 des VfB gegen Borussia Mönchengladbach noch nicht mehr sagen zu dem Neuen, der vom französischen Erstligisten OGC Nizza kommt. Am Sonntag nun meinte der Sportvorstand der Stuttgarter: „Badredine Bouanani ist ein Spieler, den wir schon länger im Blick haben. Er ist offensiv flexibel einsetzbar und bringt trotz seines jungen Alters bereits internationale Erfahrung aus den europäischen Wettbewerben mit.“ Wohlgemuth erhofft sich „zusätzliche Optionen für unser Offensivspiel“.
Bouanani ist Algerier, wurde aber einst in Frankreich geboren, weshalb er auch die französische Staatsbürgerschaft besitzt. Wichtigste Station in seiner Jugend: der OSC Lille in seiner Geburtsstadt – was einen erneut in die VfB-Vergangenheit blicken lässt. Denn bei eben jenem Club wurde auch Benjamin Pavard groß. Der Abwehrspieler kam 2017 zum VfB und wurde 2018 Weltmeister, ehe er für die damalige Rekordablöse von 35 Millionen Euro zum FC Bayern wechselte.
Für Badredine Bouanani zahlt der VfB nun rund 15 Millionen Euro an Sockelablöse an OGC Nizza. Denn anders als damals Pavard ist der Offensivmann kein unbeschriebenes Blatt mehr. Trotz seiner erst 20 Jahre kann er schon einige Erfahrung im Profifußball vorweisen. In Frankreich – aber auch international.
65 Spiele hat Bouanani in der französischen Ligue 1 bestritten, dabei vier Tore erzielt und sieben Vorlagen gegeben. In der Europa League lief er in der vergangenen Saison achtmal auf und erzielte dabei zwei Treffer. Fünf A-Länderspiele für Algerien hat er zudem vorzuweisen. Seit 2022 spielte er in Nizza, war dann auch einmal mehrere Monate an den FC Lorient ausgeliehen. Nun steht er beim VfB bis 2030 unter Vertrag und soll nach den Abgängen von Enzo Millot und Nick Woltemade das Offensivspiel beleben. Entweder über die rechte Außenbahn oder hinter den Spitzen. Auch als Mittelstürmer ist der 1,77 Meter große Algerier schon aufgelaufen.
„Der VfB Stuttgart ist ein großer Club – ich bin sehr glücklich, hier zu sein“, sagt Badredine Bouanani und versichert: „Auch in Frankreich habe ich die Bundesliga verfolgt. Ich mag den Fußball, den der VfB spielt.“ Für die anderen Talente in der VfB-Offensive verschärft sich durch den Neuen der Konkurrenzkampf. Im Sommer kamen auch Lazar Jovanovic, Noah Darvich (beide 18) und Tiago Tomas (23) nach Stuttgart. Bewährte Kräfte auf den Außenbahnen sind Jamie Leweling (24) und Chris Führich (27). Darüber hinaus gehören Justin Diehl (20) und Silas Katompa (26) zum Kader.