Große Trauer im Alternativen Wolfs- und Bärenpark Schwarzwald in Bad Rippoldsau-Schapbach: Der Wolfsrüde Kito ist am Dienstag im Alter von vier Jahren gestorben.

„Gestern Abend, Dienstag, den 9. September 2025, mussten wir schweren Herzens Abschied von unserem Wolf KITO nehmen“, hat der Bärenpark am frühen Mittwochabend mitgeteilt.

 

Nachdem sich der Wolfsrüde plötzlich „sehr auffällig“ verhalten habe, sei Kito umgehend untersucht worden. Das Resultat sei dann ein Schock gewesen: Laut dem Park litt Kito an den Folgen inzestuöser Zucht. „Nach sorgfältiger Absprache mit unserem Tierarzt blieb keine andere Wahl, als den charismatischen Vierbeiner zu erlösen“, heißt es in einem Beitrag auf Instagram.

Der Wolf kam am 5. Mai 2021 auf die Welt und wurde nur vier Jahre alt. Der Bärenpark erinnert an sein trauriges Schicksal: „Ein Leben als Wolf war für ihn nicht vorgesehen.“ Kito wurde mit der Hand aufgezogen. Er sollte sich von klein auf an den Kontakt mit Menschen gewöhnen, um gegen Bezahlung ein „gefügiges Wildtier zum Anfassen“ zu sein.

So sei er jahrelang im Kontaktzoo des Filmtierparks Eschede (Niedersachsen) ausgebeutet worden. 2024 nahm sein trauriges Schicksal dann eine positive Wendung: Der Filmtierpark ist insolvent gegangen.

Gemeinsam mit drei Artgenossen ist Kito vor anderthalb Jahren im Wolfs- und Bärenpark eingezogen. (Archivbild) Foto: Salome Menzler

Für Kito und seine Artgenossen Kira, Kleo und Kolja eröffnete sich in Bad Rippoldsau-Schapbach ein neues Leben: „Befreit von erdrückender, menschlicher Nähe durfte er endlich Wolf sein.“ Nachdem die traumatisierten Tiere mehr als ein Jahr im Wolfsrückzugsgebiet im Park verbracht hatten, wartete eine neue Anlage auf die Tiere.

Doch für Kito kam das zu spät. Als Resultat von Inzucht wuchs bei dem Vierbeiner ein Milztumor. Dieser riss, woraufhin sich der Bauchraum mit Flüssigkeit füllte. „Trotz umgehender medizinischer Versorgung waren wir gezwungen, ihn zu erlösen“, heißt es auf Instagram weiter.

Nur knapp anderthalb Jahre hat Kito in der Anlage in Bad Rippoldsau-Schapbach gelebt. „Wir hoffen, dass sein Vermächtnis dazu beiträgt, endlich die Zucht und Vermarktung von Wildtieren zu beenden“, heißt es auf Instagram. Und weiter: „Das leidvolle Schicksal der Wölfe aus dem Filmtierpark Eschede zeigt drastisch, welche Ausbeutung, welcher Missbrauch von Wildtieren in Deutschland noch immer möglich ist, noch immer zum Alltag gehört.“

Die Trauer um den verstorbenen Wolf ist groß. „Viel zu kurz durften wir dich kennenlernen“, bedauert der Park. Aber: „Wenn wir zukünftige Generationen von Wildtieren vor solchem Leid bewahren können, dann war deines nicht umsonst, sondern rettet Leben.“