Trauer in der Stuttgarter Wilhelma Bonobo-Baby Okelo stirbt im Alter von sieben Monaten

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Eine trauernde Bonobo-Mutter in der Stuttgarter Wilhelma hat nach Tagen ihr totes Jungtier Okelo abgelegt. Das Äffchen war am Freitag im Alter von sieben Monaten gestorben – jetzt steht die Todesursache fest.

Das Foto zeigt Bonobo-Weibchen Huenda mit ihrem Sohn Okelo kurz nach der Geburt. Foto: Kristina Wegener
Das Foto zeigt Bonobo-Weibchen Huenda mit ihrem Sohn Okelo kurz nach der Geburt. Foto: Kristina Wegener

Stuttgart - Trauer in der Wilhelma in Stuttgart: Bonobo-Baby Okelo ist im Alter von nur sieben Monaten gestorben. Es war das jüngste Mitglied aus der Gruppe von 21 Bonobos, wie die Wilhelma am Dienstag mitteilte. Die Mitarbeiter der Wilhelma konnten am Wochenende ganz unmittelbar den Abschied einer Affenmutter von ihrem toten Jungtier beobachten. Den nach dem Tod des Jungtieres am vergangenen Freitag trug seine Bonobo-Mutter Huenda das Äffchen über das Wochenende noch bei sich. Ihr älterer Sohn, der fünfjährige Makasi, leistete ihr dabei Gesellschaft.

Affenbaby wurde auf Coronavirus getestet

Jetzt konnten Tierärzte des Zoologisch-Botanischen Gartens das tote Tier schließlich bergen und zur Obduktion bringen. „Dem ersten Befund nach ist von einer Lungenentzündung auszugehen“, teilte die Wilhelma weiter mit. Um in der aktuellen Pandemie-Sorge keine Verunsicherung aufkommen zu lassen, ließ die Wilhelma den Affen auf das Coronavirus testen. „Okela war eindeutig nicht an COVID-19 erkrankt“, lautet das Ergebnis. In zwei Wochen werden weitere Ergebnisse von Laboruntersuchungen erwartet, die weiter Aufschluss über die Erkrankung geben sollen.

Nicht alle Jungtiere kommen durch

„Bonobos sind genetisch bedingt grundsätzlich auffälliger für Erkrankungen der Atemwege als andere Menschenaffen“, wird die Wilhelma-Kuratorin Marianne Holtkötter in der Mitteilung zitiert. Der Winter stelle als Erkältungszeit für Menschen wie Tiere ein Risiko dar. Auch in der Natur kämen nicht alle Jungtiere durch: „So traurig es ist, müssen wir anerkennen, dass selbst die intensive Betreuung durch Tierärzte dies auch in einem Zoo nicht immer verhindern kann.“ Ein Knackpunkt sei, dass Säuglinge Medikamente nur indirekt über die Muttermilch erhalten können. Sonst bliebe nur die Möglichkeit, die Affenmutter zur Behandlung des Kindes unter Narkose zu setzen, was ein gesundheitliches Risiko darstelle.

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