Trauer um Nutella-Erben Tränen im süßen Reich von Alba

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Unter riesiger Anteilnahme hat die Familie des Nutella-Erfinders ihren Erben Pietro Ferrero zu Grabe getragen. Wer soll den Konzern nun führen?

Er wurde nur 47 Jahre alt: Pietro Ferrero erlitt beim Radfahren einen Herzinfarkt. Foto: dpa
Er wurde nur 47 Jahre alt: Pietro Ferrero erlitt beim Radfahren einen Herzinfarkt. Foto: dpa

Alba - Diesen Konzern konnte eigentlich gar nichts umwerfen: krisenfeste Produkte mit Weltruf, eine solide Familie - Italiens reichste - als Eigentümer und Leitung, ein ungebrochenes Wachstum seit 60 Jahren und anstatt aller Schulden ein komfortables Geldpolster. Jetzt aber ist den Ferreros das passiert, was in der Familie als das Schlimmste gilt: der Erbe ist tot, die Zukunft in Gefahr.

Ihr Vermögen haben die Ferreros mit Süßigkeiten gemacht - seit Opa Pietro, der Konditor, 1946 jene streichbare Nuss-Nougat-Creme erfand, die als Nutella dann eine Weltkarriere hinlegte. Dem Gründer folgte sein Sohn Michele, der sowohl in der Erfindung als in der Vermarktung neuer Süßwaren als Genie gilt. Marken wie Mon Chéri mit der eigens für die Werbung erfundenen Piemont-Kirsche, die Kinder-Schokoladenserie, die Überraschungseier, Ferrero Rocher, die pillenartigen Tic Tac, alles geht auf Michele Ferrero zurück.

Einen Tag nach seinem Geburtstag musste er seinen Sohn begraben

Bis heute ist er der starke "Padrone", der die Familie und den Konzern zusammenhält, und es geht die Sage, am liebsten stehe er immer noch mit dem Probierlöffel in der Entwicklungsabteilung. Diesen Dienstag ist Michele Ferrero 86 Jahre alt geworden. Nur einen Tag danach musste er seinen Sohn begraben, der ihm nachfolgen sollte: Pietro Ferrero, den beim Radtraining in Südafrika ein Herzinfarkt niedergestreckt hatte. 47Jahre war er erst alt.

Der Form nach war der junge Ferrero bereits Präsident dieses Unternehmens, das eines der wenigen italienischen Weltkonzerne ist: 21.700 Beschäftigte, 39 Untergesellschaften, 18 Produktionswerke auf drei Kontinenten, davon 14 außerhalb Italiens, 6,6 Milliarden Euro der letzte Jahresumsatz, 654 Millionen Euro Nettogewinn. Wobei die Zahlen schon eine wichtige Neuheit sind, denn erst seit kurzem gibt Ferrero sie bekannt. Eiserne Verschwiegenheit gilt sonst als Kardinaltugend des Konzerns im piemontesischen Alba - und erst jetzt, als sie den toten Erben zwischen Rohstofflager und Nussrösterei aufbahrten, vor einer großen Madonnenstatue, hatten viele Stadtbewohner die Möglichkeit, einen Blick hinter die Mauern zu werfen.




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