Am Sonntag dröhnen in Bittenfeld die Motoren: beim Traktor-Pulling messen sich alte und moderne Traktoren mit einigen hundert PS. Für den Nachwuchs gibt’s den Junior-Trecker-Treck.

Auf diese Premiere hätten die Organisatoren des Trecker-Treck in Waiblingen-Bittenfeld (Rems-Murr-Kreis) im vergangenen Jahr gut verzichten können: Wegen eines Starkregens war der traditionelle Geschicklichkeitswettbewerb für Traktoren unterschiedlicher Gewichtsklassen im August 2024 erstmals buchstäblich ins Wasser gefallen. „Wir hatten am Samstagabend um die 40 Liter Regen pro Quadratmeter, das Wasser ist nicht mehr abgelaufen“, erzählt Bernd Brudermüller vom Organisationsteam.

 

Am Sonntag – dem Wettkampftag – hätte das Wetter dann zwar gepasst, doch die Folgen des heftigen Regens waren noch deutlich spürbar. „Selbst die Schlepper hatten Probleme über das Gelände zu fahren, das war wie Schmierseife“, sagt Bernd Brudermüller. So musste der Verein schweren Herzens die 33. Ausgabe seines Traktor-Pulling-Events absagen. Sie wird nun an diesem Sonntag, 17. August, nachgeholt – und die Wettervorhersage macht Bernd Brudermüller und die übrigen Vereinsmitglieder optimistisch: warm und trocken soll es werden.

Der Wettstreit mit Traktoren wird jedes Jahr im August auf den abgeernteten Feldern rund um den Böllenbodenhof in der Waiblinger Ortschaft Bittenfeld ausgetragen. Aufgabe der Teilnehmenden ist es, mit ihren Schleppern einen mit Betonplatten beladenen Bremswagen über eine möglichst weite Strecke zu ziehen. Wer den „Full Pull“ meistert, den Ballast also über die gesamte Strecke von 75 Metern zieht, hat den Wettbewerb gewonnen.

Rund 100 Traktoren sind am Start

Ein mit Gewichten beschwerter Wagen bremst die Traktoren aus. (Archivbild) Foto: Frank Eppler

Da keine Anmeldung verlangt wird, müssen sich die Veranstalter jedes Jahr aufs Neue überraschen lassen, wie viele Schlepper bis zum Start am Sonntagmorgen um 9.30 Uhr vorfahren. Bernd Brudermüller geht aber davon aus, dass es wieder um die 100 Fahrerinnen und Fahrer sein werden. Durch die schlechte Witterung in den vergangenen Wochen – viel Regen und recht niedrige Temperaturen –seien viele Landwirte mit den Erntearbeiten in Verzug gekommen, sagt Bernd Brudermüller. Inzwischen aber seien wohl die meisten fertig mit dem Dreschen und hätten Luft, um mit ihren Traktoren am Wettbewerb teilzunehmen.

Die Idee zu dem Spektakel, das Jahr für Jahr mehrere tausend Zuschauer und rund 100 Teilnehmende mit ihren Traktoren anlockt, entstand Ende der 1980er Jahre in einer kleinen Runde: Da saß Martin Müller vom Böllenbodenhof mit einigen seiner Bekannten gemütlich zusammen und in der fröhlichen Runde wurde eifrig diskutiert. „Jeder hatte einen Traktor und jeder hat behauptet, dass seiner besser zieht“, erinnert sich Martin Müller. Um herauszufinden, wer denn nun tatsächlich den stärksten hat, wurde ein Güllefass an die Schlepper gehängt, den Berg hinaufgezogen und die dafür benötigte Zeit gestoppt.

Familienfest mit Strohballenburg

Daraus hat sich ein alljährliches sportliches Schlepper-Treffen entwickelt, bei dem Fans und Familien gleichermaßen auf ihre Kosten kommen. Ganz bewusst verlangt der Verein für die Veranstaltung keinen Eintritt. Die Kosten müssen über den Erlös aus dem Verkauf von Speisen und Getränken reingeholt werden. Das habe selbst im vergangenen Jahr dank viel Glück im Unglück geklappt, erzählt Bernd Brudermüller: „In den Orten drumherum hat es fast gar nicht geregnet, deshalb haben die Besucher nicht damit gerechnet, dass der Trecker-Treck ins Wasser fällt und so sind doch viele gekommen.“

Mehrere Tonnen Stroh als Bodenbelag machten das Festzelt begehbar, sodass die Gäste immerhin essen und trinken konnten, bevor sie sich wieder auf den Heimweg machten. Denn manch einer kommt schon allein wegen des „Fleischbrots“, das beim Trecker-Treck in Bittenfeld traditionell auf der Speisekarte steht. Es besteht aus einem gepökelten Schweinebauch, der auf dem Grill zubereitet und mit Zwiebeln, Peperoni und Brot serviert wird.

Bittenfelder Spezialität: „Fleischbrot“ mit Peperoni

„So haben wir letzten Endes kein Minus gemacht, sondern konnten die Kosten noch decken.“ In diesem Jahr hofft der Verein wieder auf ein bisschen Überschuss, denn er will bald einen neuen, größeren Bremswagen ins Rennen schicken. „Unser Bremswagen ist inzwischen 30 Jahre alt und einfach zu leicht, um einen modernen Schlepper mit zehn Tonnen Gewicht zu bremsen. Durch die technische Entwicklung sind die Traktoren heute eben viel größer und stärker“, sagt Brudermüller.

 

Der neue Bremswagen soll dann auch solche PS-starken Kolosse vor eine Herausforderung stellen. Trotzdem werden künftig auch all jene, die mit ihrem kleinen Traktor kommen, ihre Maschine testen können, verspricht Bernd Brudermüller: „Alle sollen eine Bühne bekommen, nicht nur Hochleistungsfahrzeuge.“

33. Trecker-Treck Bittenfeld

Samstag
Beim 33. Trecker-Treck gibt es am Samstag, 16. August, ab 18 Uhr eine Bewirtung, um 19 Uhr beginnt das Tauziehen, bei dem der Bremswagen mit Muskelkraft bewegt wird. Um 22 Uhr öffnet die Trecker-Bar.

Sonntag
Am 17. August geht es von 9.30 Uhr an rund: dann messen sich die Traktoren am Böllenbodenhof bei Waiblingen-Bittenfeld. Für den Nachwuchs gibt es einen Junior-Trecker-Treck, dabei kommen Tretschlepper und Bremswagen zum Einsatz. Zudem warten eine Hüpfburg und eine Strohballenburg auf junge Gäste. Der Eintritt ist frei.