Es gibt Zufälle, die sind fast unmöglich. Die jüngst zu Ende gegangene Ausstellung in der Galerie Schlichtenmaier war Künstlerinnen und Künstlern gewidmet, die runde Geburtstage hatten: 80 bis 120 Jahre. Sie gab einen exzellenten Überblick über wichtige Kunstpositionen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Dafür interessieren sich auch zwei Maler aus Sindelfingen und Altdorf: Der 74-jährige Joachim Kupke und Hans Bäurle, der erst am Donnerstag seinen 90. Geburtstag feierte.
Austausch und Plausch
Rein zufällig besuchten beide die Ausstellungen gleichzeitig und fachsimpelten mit Galerist Kuno Schlichtenmaier über die Werke. Rein zufällig war der ebenfalls in Dätzingen wohnhafte Autor dieser Zeilen, ehemals Leiter der Kulturredaktion der Kreiszeitung Böblinger Bote, vor Ort und betätigte den Auslöser seiner Kamera. Und natürlich erkennt und nutzt ein Reporter solche Chancen – in diesem Fall für einen Austausch unter Kollegen und Künstlern.
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„Diese Ausstellung hat mit den hoch anerkannten Künstlern und Künstlerinnen wichtige Exponate, die man sonst nur in den Museen bewundern kann“, urteilte Joachim Kupke, der am 21. Mai 75 Jahre alt wird und der derzeit mit seiner Band If you wanted to eine Hölderin-Produktion des Theaterensembles Sindelfingen begleitet. Für ihn habe die Ausstellung „Museumsqualität“, lobte er das hohe Niveau der hier versammelten Werke und Namen. „Für mich persönlich war es schön, Arbeiten von Künstlern wiederzusehen, die mir schon in den 60er Jahren aufgefallen sind. Dies waren Arbeiten von Hans Peter Reuter, die damals schon Bäder und Kacheln als Thema hatten“, sagt Kupke.
Auch die „Momentetagebücher“ von Rolf Gunter Dienst, der einst Redakteur bei der Zeitschrift „das Kunstwerk“ war, habe der Sindelfinger Maler und Musiker sich gerne angeschaut. „Das war ja damals die einzige Zeitschrift für zeitgenössische Kunst.“
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Als jemand, der selbst auf ein beachtliches Jubiläum zurückschauen kann, hat Bäurle für sich ganz eigene Erkenntnisse aus seinem Ausstellungsbesuch gezogen. Neun Jubilare waren im Schloss Dätzingen ausgestellt, von denen nur zwei noch am Leben sind. „Beim Betrachten der Werke ist mir klar geworden, wie groß die Vielfalt in Stil und Technik in der Kunst der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts bis heute ist“, stellte Bäurle fest. „Das war meines Wissens in früheren Jahrhunderten nie so deutlich der Fall war.“ Ähnlich gehe es ihm mit Blick auf die eigenen Arbeiten und die seines Kollegen Joachim Kupke. „Auch hier zeigen sich diese großen Unterschiede“, findet der Altdorfer Künstler.
Die nächste Ausstellung in den Räumen der Galerie Schlichtenmaier im Schloss Dätzingen steht unter dem Motto „Rendezvous mit der Figur“. Eröffnung ist am Sonntag, 8. Mai, um 11 Uhr.