Treffen mit Erdogan Bundestrainer Löw kritisiert Özil und Gündogan

Von red/Reuters 

Bundestrainer Joachim Löw hält das Treffen mit seinen Nationalspielern Mesut Özil und Ilkay Gündogan mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan für „keine glückliche Aktion“.

Joachim Löw bei der Verkündung des vorläufigen Kaders. Foto: Bongarts
Joachim Löw bei der Verkündung des vorläufigen Kaders. Foto: Bongarts

Dortmund/Berlin - Fußball-Bundestrainer Joachim Löw hat das Treffen der deutschen Nationalspieler Mesut Özil und Ilkay Gündogan mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan kritisiert. Man habe beiden zu verstehen gegeben, dass dies „keine glückliche Aktion war“, sagte Löw am Dienstag bei der Nominierung des vorläufigen Aufgebots für die Weltmeisterschaft, zu dem auch Özil und Gündogan gehören. „Wenn man für Deutschland spielt, vertritt man das Land und die deutschen Werte.“ Die Spieler hätten zu verstehen gegeben, „dass sie keine politische Botschaft senden wollten“. Löw äußerte auch Verständnis. Beide hätten viel für die Integration in Deutschland getan. Bei Menschen mit Migrationshintergrund schlügen oft zwei Herzen in der Brust. Man werde im Trainingslager über das Thema reden. Löw ergänzte, er habe keine Sekunde darüber nachgedacht, die beiden Spieler nicht zu nominieren.

Lesen Sie hier: Diese Spieler sind im vorläufigen WM-Kader.

DFB-Präsident Reinhard Grindel warb um Nachsicht. „Menschen können Fehler machen“, sagte er. „Wir müssen das Maß wahren.“ Er glaube, den beiden sei inzwischen bewusst, dass sie einen Fehler gemacht hätten.

Das Treffen mit Erdogan sorgte in Deutschland für Kritik. Özil und Gündogan hatten sich in einem Londoner Hotel mit dem türkischen Präsidenten gezeigt und ihm Trikots von ihrer jeweiligen Vereinsmannschaft überreicht. Fotos davon wurden unter anderem von Erdogans Partei AKP in sozialen Netzwerken veröffentlicht. Einem Bericht der Tageszeitung „Welt“ zufolge lehnte mit Emre Can ein anderer deutscher Nationalspieler mit türkischen Wurzeln ein Treffen mit Erdogan ab, dem Kritiker einen autoritären Kurs vorwerfen.




Unsere Empfehlung für Sie