„treff.nord“ im Nordbahnhofsviertel Begegnungen schaffen, Brücken bauen

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Im neuen Familienzentrum Martinskirche entstehen nun Gruppenangebote. In Zukunft sollen alle zwei Monate im Rahmen des Treffs Themenimpulse in Form von Vorträgen oder Gesprächen geben.

Karin Bauer in der Bücherei, die stets zum „treff.nord“ geöffnet ist. Sie ist Teil der Planung zum neuen Familienzentrum. Foto: Fritzsche
Karin Bauer in der Bücherei, die stets zum „treff.nord“ geöffnet ist. Sie ist Teil der Planung zum neuen Familienzentrum. Foto: Fritzsche

Nordbahnhofviertel - Die Kindertagesstätte Martinskirche ist im Wandel: die Einrichtung soll zu einem Familienzentrum ausgebaut werden. Seit 2012 bekommt die Kita zusätzliche Gelder von der Stadt: Im Rahmenkonzept „Von der Kita zum KiFaZ“ werden vier städtische Einrichtungen, zwei katholische und eine evangelische gefördert – letztere ist die Kita Martinskirche. Wie hoch die Fördermittel ausfallen, hängt von der Größe der jeweiligen Einrichtung ab. „Wir bekommen 40 000 Euro jährlich, darüber haben wir uns sehr gefreut“, berichtet Karin Bauer, die Leiterin der Einrichtung. Davon wird die Stelle von Susanne Elter finanziert, eine sozialpädagogische Fachkraft, die ausschließlich für das Familienzentrum und dessen Organisation da ist.

Drei Themenblöcke: Begegnung, Bildung und Beratung

„Es geht uns um eine bessere Förderung der Kinder und eine bessere Unterstützung der Eltern“, erklärt Karin Bauer das Konzept. „Da gibt es ganz unterschiedliche Bedürfnisse.“ Seit dem vergangenen Jahr trifft sich das sogenannte Forum Familienzentrum, um zu erarbeiten, welche das sind und wie ihnen begegnet werden kann. Dabei sind auch Vertreter der Kirchengemeinde und der Kooperationspartner im Stadtteil und alle anderen interessierten Mütter und Väter, die sich einbringen möchten. „Drei Themenblöcke haben sich entwickelt: Begegnung, Bildung und Beratung“, sagt Bauer. Gerade ersteres sei den Eltern wichtig, um Kraft zu tanken: „Sie arbeiten den ganzen Tag, holen abends die Kinder ab – da ist wenig Raum zur Begegnung“, erklärt Bauer. Darum gibt es seit Anfang dieses Jahres den „treff.nord“. Hier treffen sich jeden Donnerstag zwischen 15 und 18 Uhr die Eltern der Kitakinder. „Der Treff ist aber offen für alle im Stadtteil“, sagt Karin Bauer. Dabei ist stets Susanne Elter, außerdem Mitarbeiter der Kita und des Gesundheitsamts. „Neulich war eine Mutter da, deren zweijähriges Kind große Schlafprobleme hatte“, erzählt die Pädagogin. Dank der Fachkräfte vor Ort habe sie sich schnell Hilfe holen können. Außerdem ist während des Treffs eine kleine Bücherei geöffnet, die im Haus eingerichtet wurde.

Regelmäßig alle zwei Monate Themenimpulse

Als neues Angebot soll es nun regelmäßig alle zwei Monate im Rahmen des Treffs Themenimpulse geben, Vorträge oder Gespräche, die um 17 Uhr beginnen. Am 24. Oktober etwa wird Cäcilie Goegelein vom Gesundheitsamt über Erkältungskrankheiten und Hausmittel referieren. Im Dezember soll es um Leistungen des Job-Centers gehen, im Januar um den Übergang von Kindergarten zu Schule.

Welche Vorträge es gibt, das richtet sich nach den Interessen und Fragen der beteiligten Eltern. „Wir wollen hier Brücken bauen und Kooperationspartner im Stadtbezirk vorstellen“, sagt Bauer. Zudem hat sich ein Chor gegründet, der sich jeden ersten Donnerstag im Monat trifft, und Kay Hirsch, ein Kitavater, hat einen Vätertreff auf die Beine gestellt. Am 27. September startet das Gruppenangebot „Miteinander tanzen“, das von Juliane Jersak, der neuen Pfarrerin der Martinskirche, geleitet wird. Auch ein Kochtreff ist ab 26. September geplant. „Nichts wächst über Nacht“, meint Karin Bauer. „Wir gehen erste Schritte und werden sehen, wie die Angebote angenommen werden.“ Zudem wird noch ein Name für das neue Familienzentrum gesucht. Spätestens bis zur offiziellen Eröffnung im kommenden Jahr muss dieser feststehen.

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