Trendsportart in Esslingen Roundnet: dynamisch, fair und immer populärer
Seit Januar 2025 hat die SV 1845 Esslingen eine Roundnet-Abteilung. Die Sportart wird immer beliebter – wie man beim Regionalliga-Spieltag sieht.
Seit Januar 2025 hat die SV 1845 Esslingen eine Roundnet-Abteilung. Die Sportart wird immer beliebter – wie man beim Regionalliga-Spieltag sieht.
Wer des Öfteren durch Parks spaziert, der- oder demjenigen wird das vielleicht schon mal aufgefallen sein: Vier Menschen stehen um ein rundes Netz und schlagen einen Ball, etwas kleiner als ein Handball, darauf. Hierbei handelt es sich um eine junge Sportart namens Roundnet, vielen auch bekannt als Spikeball – der Name der Firma, die den Sport als Marke 2008 herausbrachte. Seinen großen Aufschwung jedoch hatte das Spiel während der Corona-Pandemie, da es draußen und möglich war sowie keinen direkten Körperkontakt beinhaltet. Mittlerweile hat sich Roundnet zu einer richtigen Sportart geworden. Neben nationalen Meisterschaften finden auch internationale Turniere wie die Europa- und Weltmeisterschaft statt. In Esslingen wird in der Regionalliga gespielt.
Die SV 1845 Esslingen hat seit Januar 2025 eine Roundnet-Abteilung. Curtis Walch ist neben Dominik Goldschmid einer der Initiatoren der neu geschaffenen Abteilung und mittlerweile auch Trainer. „Wir haben zunächst im Hochschulsport der Hochschule Esslingen gespielt und manchmal auch privat Hallen gebucht, doch irgendwann dachten wir uns, da geht doch mehr und dann sind wir auf die SV zugegangen und dort waren sie direkt Feuer und Flamme“, erzählt Walch, der selbst an der Hochschule studiert. Die SV 1845 ist dafür bekannt, offen für hierzulande unbekanntere Sportarten zu sein. Neben Roundnet kann im Verein auch Cricket gespielt oder Kanu gefahren werden.
Beim 2. Spieltag der Regionalliga traten in der Neckarsporthalle neben den Esslingern unter anderem Teams aus Tübingen, Freiburg und Landau an. Die Esslinger Eagles, wie sich das Team nennt, verloren alle drei Begegnungen. „Wir sind ein junger Verein und wollen stetig wachsen. Aktuell spielen bei uns 25 Leute mit steigender Tendenz und es geht jetzt einfach darum, sich zu entwickeln“, erklärt Walch. Im vergangenen Jahr machten Walch und Goldschmidt eine Schulung zum zertifizierten Roundnet-Trainer: „Die neuen Dinge haben wir mitgenommen und wenden sie jetzt an“, sagt Abteilungsleiter Walch.
Das Ziel für die nächsten Jahren ist für Walch klar: „Wir wollen in die 2. Bundesliga aufsteigen.“ Walch und Goldschmid selbst spielen Roundnet in Stuttgart in der Bundesliga, wobei Goldschmid aufgrund einer Schulterverletzung kürzertreten muss.
Roundnet ist ein schnelles, teamorientiertes Ballsportspiel, das auf einem runden Netz gespielt wird, das wie ein Mini-Trampolin am Boden steht. Zwei Teams mit je zwei Spielern stehen um das Netz herum und versuchen, den Ball so darauf zu schlagen, dass das gegnerische Team ihn nicht mehr zurückspielen kann. Der Ball darf dabei nur mit den Händen berührt werden und es gibt keine festen Seiten – die Spieler bewegen sich frei um das Netz herum. Walch betont den Sportsgeist: „Es braucht fast nie einen Schiedsrichter. Jeder hat Bock auf das Spiel und Jede und Jeder ist fair. Oft ist das so, dass nach den Spieltagen sich die Teams mischen und dann einfach noch so gespielt wird.“
Junge Sportarten sind im Wandel und so auch Roundnet. Dass sich Regularien auch während eines laufenden Spieltags ändern, kommt schon mal vor: In Esslingen wurde mit zwei verschiedenen Bälle gespielt. Der Grund war praktischer Natur bedingt: Der Hersteller kommt mit der Produktion nicht hinterher, weshalb die zwei unterschiedlichen Bällen zugelassen worden sind. Bei offiziellen Spielen werden fünf Sätze in verschiedenen Konstellationen gespielt: Zwei Mal spielen Männer gegen Männer, ein Mal Frauen gegen Frauen und zwei Spiele werden gemischt gespielt.
Dass Roundnet in Universitätsstädten populär ist, liegt laut Walch vor allem an der Einstiegsfreundlichkeit: „Jeder kann mitspielen. Man lernt schnell und es kommen schnell gute Spiele zusammen. Easy to start, hard to master – das Spiel zu perfektionieren ist die wahre Kunst.“
Es bleibt spannend, wohin der Weg der Esslinger Eagles hinführen wird. Die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zukunft sind geschaffen.