Tresor, Schließfach oder unter der Erde? Jeder Zehnte würde Gold im Garten vergraben

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Das Edelmetall gilt als beliebte Geldanlage. Laut einer Umfrage im Auftrag der Deutsche Börse und einiger großer Banken würden es viele Deutsche auf dem eigenen Grundstück verstecken. Doch die Verbraucherzentrale rät zur Vorsicht.

Wer seine Goldbarren im Garten vergräbt, sollte sich genau überlegen, wem er davon erzählt. Foto: Umicore AG & Co.KG
Wer seine Goldbarren im Garten vergräbt, sollte sich genau überlegen, wem er davon erzählt. Foto: Umicore AG & Co.KG

Stuttgart - Wie lagere ich mein Gold am sichersten? Die neuen Fußball-Weltmeister aus Frankreich mussten sich mit dieser Frage nicht herumschlagen. Die gut sechs Kilo schwere Trophäe, die Griezmann & Co am Sonntagabend im Moskauer Luschniki-Stadion in die Höhe hielten, birgt zwar 3,7 Kilogramm reines Gold im Wert von 125 000 Euro in sich. Doch die strengen Statuten des Weltfußballverbandes sehen vor, dass der Weltmeister das Stadion nur mit einer vergoldeten Replik aus Bronze verlassen darf. Das Original dürfte also bereits wieder in seiner alarmgesicherten Vitrine im Fifa-Museum in Zürich gelandet sein.

Wohin mit dem lieben Gold, wollte jetzt auch das Forschungsinstitut Kantar Emnid im Auftrag der Deutsche Börse und einiger großer Banken von deren Kunden wissen. Die Frage lautete: „Angenommen, Sie bekommen einen Barren Gold geschenkt, wo würden Sie diesen aufbewahren?“ Drei Viertel der Befragten entschieden sich eher konventionell für ein Bankschließfach oder einen Heimtresor. Sorglosere Zeitgenossen, in der Umfrage immerhin acht Prozent, behaupten tatsächlich, sie würden ihren Goldschatz einfach in eine Schublade oder in den Schrank packen. Jeder Zehnte hätte sich für ein besonderes Versteck entschieden: Er würde das Gold im Garten vergraben.

„Goldgräber“ brauchen nur eine Schaufel und eine Kiste

Auf den ersten Blick scheint das gar keine schlechte Idee zu sein – angesichts unsicherer Zeiten. Immerhin wäre die Anlage vor dem nächsten Bankencrash geschützt. Auch kann man sich so die Kosten für die Anschaffung oder Anmietung eines Tresors sparen. Bei den Banken sind leere Schließfächer ohnehin zur Rarität geworden, weil aus Angst vor Strafzinsen immer mehr Geldbündel darin landen. Der „Goldgräber“ braucht nur eine Schaufel, eine Kiste und ein Fleckchen, an dem die Grasnarbe leicht zu durchdringen ist.

Doch Angela Behrens, Versicherungsexpertin bei der Verbraucherzentrale Hamburg, rät zur Vorsicht: Der Besitzer sollte sich vor dem Vergraben unbedingt informieren, ob seine Hausratversicherung den Schaden abdeckt, falls ein Einbrecher im Garten auf Edelmetall stößt. Sofern eine Police überhaupt möglich ist, dürfte der Beitrag hoch ausfallen. Also helfen wohl doch nur ein wirklich gutes Versteck und äußerste Verschwiegenheit.