Triathlon Eine Spätzünderin startet durch

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Gaby Maisch holt sich den Landesmeistertitel über die olympische Distanz in ihrer Altersklasse.

Die  ehemalige Läuferin Gaby Maisch  profitiert von ihrer sportlichen Vergangenheit. Foto: privat
Die ehemalige Läuferin Gaby Maisch profitiert von ihrer sportlichen Vergangenheit. Foto: privat

Leonberg - Sie ist inzwischen so richtig auf den Geschmack gekommen. „Triathlon ist gut für den Körper, weil er so vielseitig ist und immer eine hohe Dauerbelastung gefordert ist“, sagt Gaby Maisch. Sie hat nicht nur viel Spaß an diesem Ausdauersport, sie mischt in ihrer Altersklasse W 45 inzwischen auch bei Meisterschaften ganz vorne mit.

Bei den baden-württembergischen Titelkämpfen über die olympische Distanz (1500 Meter Schwimmen, 40 Kilometer Radfahren, 10 Kilometer Laufen) in Freiburg kam die Leonbergerin nach 2:20,43 Minuten ins Ziel. Das brachte ihr in der Frauenwertung den fünften Rang, in ihrer Altersklasse wurde sie mit Gold belohnt.

Beim Start in der ersten Reihe

Überraschend kam der Erfolg nicht. Mit einem Platz auf dem Treppchen hatte die 48-Jährige schon geliebäugelt, aber: „Man weiß ja nie, wie es läuft.“ Doch es lief richtig gut. Etwas verunsichert war Gaby Maisch, weil das Schwimmen ohne Neoprenanzug absolviert werden musste. Wegen eines Gewitters am Vorabend des Wettkampfes befürchtete sie unangenehm kühle Wassertemperaturen im Flückinger See. Wie sich wenig später herausstellte, war dem aber nicht so. Selbstbewusst reihte sie sich in der Startformation ganz vorne ein, um dem allergrößten Gedränge aus dem Weg zu gehen. „Die ersten 100 Meter bin ich um mein Leben geschwommen“, sagt Gaby Maisch. Sie verließ das Wasser als Viertplatzierte nach 24:20 Minuten.

Diesen Rang hielt sie auch auf dem Fahrrad. Gaby Maisch kam angesichts der flachen Streckenführung auf einer neu geteerten Bundesstraße regelrecht ins Schwärmen. „Ich bin mit einem Schnitt von knapp über 36 Kilometer gefahren. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass mir das schon einmal gelungen ist.“ Lediglich beim Laufen musste sie etwas zurückstecken, weil die Wade wie schon beim Citylauf in Leonberg etwas zwickte. 48:27 Minuten standen zu Buche. „Das waren so drei bis dreieinhalb Minuten zu langsam“, meinte die frisch gebackene Landesmeisterin.

Professionelle Hilfe in der Trainingsplanung

Gaby Maisch ist im Triathlon eine Spätzünderin. Die ehemalige Leichtathletin, die unter dem Namen Gaby Dold 1993 für den VfL Sindelfingen bei den Deutschen Meisterschaften über 800 Meter auf Platz drei lief, versuchte sich im Jahr 2011 erstmals an dem Dreikampf. Sie blieb dabei, verbesserte sich trotz intensiven Trainings zunächst nur unwesentlich. Nach einer krankheitsbedingten Auszeit holte sich die gelernte Bankkauffrau, die zur Fitnesstrainerin umschulte, professionelle Hilfe in Sachen Trainingsplanung bei Ralf Wodopia. „Es ist einfach leichter, mit einem festen Trainingsplan zu arbeiten“, sagt Gaby Maisch.

Zwischen 10 und 13 Stunden in der Woche wendet sie für den Triathlon auf und hat sich im Juni in Ingolstadt auch schon an der Mitteldistanz versucht. Bei den nationalen Titelkämpfen belegte sie in der AK 45 Platz zwei. „Das war eine tolle Erfahrung – wenn nur der Halbmarathon nicht wäre. Die olympische Distanz liegt mir am meisten. Ich gebe lieber Vollgas von Anfang an“, hat Gaby Maisch den Vorschlag ihres Trainer, erneut über die Mitteldistanz zu gehen, zunächst abgelehnt – und sich dann doch noch umentschieden. Sie ist auf den Geschmack gekommen.