Triathlon in Steinheim an der Murr 600 Athletinnen und Athleten beim mz3athlon
Bei idealen Wetter- und Streckenbedingungen starteten am Sonntag 600 Athletinnen und Athleten beim mz3athlon in Steinheim.
Bei idealen Wetter- und Streckenbedingungen starteten am Sonntag 600 Athletinnen und Athleten beim mz3athlon in Steinheim.
Die Zutaten für den mz3athlon sind perfekt: 24 Grad Wohlfühlwetter, Wind mit sechs, Böen mit maximal 25 Stundenkilometern und Sonnenschein pur. 600 Teilnehmer sind am Start, das Anmeldelimit ist schon Tage vor dem Start erreicht. Spätentschlossene hatten nicht einmal mehr den Hauch einer Chance zur Nachmeldung. Wenn der mz3athlon zum 24. Mal ruft, kommen Athletinnen und Athleten aus der ganzen Region und bis von Upjever in Friesland. Geadelt wird die Veranstaltung durch die BWTV-Triathlon-Liga. Wer hier startet, kann die begehrten Punkte für die Süd- und Mastersliga im Ländle sammeln.
Die Favoriten und Bestplatzierten aus dem Vorjahr haben sich teils bis zuletzt mit ihrer Meldung Zeit gelassen. Bei den Männern sind Favorit Julian Großkopf vom SV Ludwigsburg und sein Vereinskamerad Lasse Friedrichs pünktlich am Start. Großkopf knackte im vergangenen Jahr mit 59 Minuten 53 Sekunden erstmals die 1-Stunden-Marke bei der Gesamtzeit. Nils Friedrich, der im Vorjahr gerade einmal 31 Sekunden langsamer war, wäre ebenfalls ein ernst zu nehmende Mitfavorit gewesen. Doch er zog es vor, am Wochenende in seiner neuen Wahlheimat Rhein-Neckar an den Start zu gehen.
Um 9.30 Uhr beginnt der Classic-Wettkampf im Jägerstart. Alle 20 Sekunden geht ein Athlet oder eine Athletin auf die Strecke. Die Schwimmdistanz im Wellarium Steinheim ist 550 Meter lang. Durch die Wechselzone im Riedstadion geht es weiter auf die 20 Kilometer lange, sehr kurvige und technisch anspruchsvolle Radstrecke. „Bei Kilometer zwei gibt es eine Rechtskurve, die zumacht. Hier hatten wir im letzten Jahr einen schweren Unfall. Fahrt also bitte vorsichtig“, gibt Organisator und Kommentator Achim Seiter den Startern mit auf den Weg.
Anschließend müssen die Teilnehmer für den abschließenden Lauf noch drei Mal auf die 1,7 Kilometer lange Rundstrecke mit einer Gesamtlänge von 5,1 Kilometern, die dann wieder im Riedstadion unter dem Applaus der vielen Zuschauer endet.
In der Classic-Wertung siegte in 58,47 Minuten fast schon erwartungsgemäß Fabian Kraft. „Ich bin noch ein bisschen müde, weil ich das einfach aus dem Training heraus geleistet habe. Doch ich wollte für mich selber ein gutes Rennen machen. Im Schwimmen habe ich wohl gleich von Anbeginn an Zeit gutgemacht“, sagte anschließend der für das Triathlon Team Darmstadt startende Kraft. Nicht alle hatten hingegen Henning Scholl von Tricon Schwäbisch Hall auf dem Radar. Mit einer Zeit von exakt 60 Minuten kam er nur 1,13 Minuten hinter Kraft ins Ziel. Dahinter folgten gleich drei Starter vom SV Ludwigsburg 08. Max Hoffmann schaffte es noch vor Mitfavorit Julian Großkopf über die Ziellinie, dicht gefolgt von Lasse Friedrichs mit nur 1,40 Minuten Rückstand.
Bei den Frauen siegte Henrike Prokopp von der Post-SV Tübingen in 1:12:04 Stunden. „Der Sieg ist vollkommen unerwartet. Ich weiß eigentlich noch gar nicht, wo ich Zeit gutgemacht habe. Ich habe versucht, alles herauszuholen. Und dann freut man sich natürlich bei dem Wetter“, sagte die strahlende Siegerin. Mit lediglich 59 Sekunden Rückstand folgte Fabienne Koch vom Tri-Team Heuchelberg. Den dritten Platz sicherte sich Tabea Huber vom VFL Waiblingen Triathlon mit 1,42 Minuten Rückstand.
In der BWTV Triathlon-Liga konnte sich Master Matthias Braun vom aventini Triathlon Team Göppingen absetzten, gefolgt von Thilo Fiedler und Jonas Peter. In der Südliga erzielte Julian Mutterer vom Team Leo Express Logistik TSV Calw den ersten Platz mit 1:01:21 Stunden.
Neben der Classic-Version des Wettkampfs konnten auch Punkte auf Landesebene für die BWTV-Triathlon-Liga gesammelt werden. Pünktlich gingen die leistungsorientierten Südgruppen an den Start. Um 12.16 Uhr folgten die Startenden der Mastersklasse. „Die Masters sind nicht zu unterschätzen. Nicht dass die uns von hinten überrollen“, sagte Max Weiser als einer der letzten Starter in der Südliga.
Wem das zu leistungsorientiert war, startete einfach bevorzugt in der Family and Friends-Klasse als Teamstaffel. Hier konnte sich jeder in seiner Lieblingsdisziplin im Team auf die Strecke begeben. Der SV Freiberg siegte vor dem Team von Baumanns Zahnbürsten und den Fahrwerks-Flitzern.
Doch auch Anfänger und zum ersten Mal Startende machen den Reiz dieser Veranstaltung aus. „Ich hatte mir die 46 als Startnummer gewünscht, denn das entspricht gleichzeitig auch meinem Alter“, sagte Marie Luisa Veltre vom Team Monrepos im Ziel glücklich. Seit fünf Wochen hat Marie Luisa intensiv trainiert. Zu ihrem Erfolgsgeheimnis sagte sie: „Die Kondition muss da sein, aber noch vielmehr das Mentale.“ Offenbar hat die Teammoral gestimmt, denn auch Andrea Wyrich aus ihrer Equipe kam glücklich im Ziel an.
Nicht denkbar wäre der Wettkampf ohne die vielen freiwilligen Helfer. Allein 60 Ehrenamtliche waren vom CVJM am Start. Martin Schaugt war einer von ihnen und sorgte für einen kontrollierten Start. Er freute sich wie die Teilnehmer und Gäste über den Sonnenschein. „Das mit dem Wetter war übrigens nicht immer so“, erinnert sich Achim Seiter. Die ersten Jahre waren kalt und nass. „Ich starte jetzt so lange hier, bis auch einmal gutes Wetter ist“, habe einer der Teilnehmer erklärt. Dieser Wunsch dürfte sich spätestens am 24. Wettkampftag erfüllt haben.