Trickbetrug in Stuttgart „Alter Bekannter“ macht mit Jacken-Trick Beute

Von Wolf-Dieter Obst 

Reisende Ganoven nehmen auf Straßen und Parkplätzen betagte Opfer ins Visier – und locken sie mit Billigware und einer perfiden Mitleidsmasche in die Falle.

Die Polizei bittet um Hinweise auf einen reisenden Trickbetrüger. Foto: KS-Images.de/Karsten Schmalz
Die Polizei bittet um Hinweise auf einen reisenden Trickbetrüger. Foto: KS-Images.de/Karsten Schmalz

Stuttgart - Der Jacken-Trick funktioniert schon seit Jahrzehnten – und zumeist sind es reisende italienische Ganoven, die mit dieser Masche ihre betagten Opfer hereinlegen. Der jüngste Fall hat sich auf dem Parkplatz eines Gartencenters in Stammheim abgespielt. Ein 82-Jähriger hat dabei wohl 200 bis 300 Euro verloren.

Das Opfer hat am Freitag Anzeige erstattet, der Betrug fand aber bereits am Donnerstag gegen 13.30 Uhr in der Schwieberdinger Straße statt. Dort wurde der 82-Jährige von einem Mann angesprochen, der behauptete, ein alter Bekannter zu sein. Dabei führte der Betrüger sein Opfer mit dem Hinweis auf einen früheren Arbeitskollegen auf die falsche Fährte. Der Senior glaubte den Sohn des Bekannten vor sich zu haben: „Antonio, angeblich ein Spanier“, so Polizeisprecher Stephan Widmann.

Als Dank gibt es drei Jacken

Bei der zweiten Phase des Tricks geht es darum, um Geld zu bitten. Die Geschichten dazu sind vielfältig, stets geht es dabei um eine angebliche Notlage. In diesem Fall sollte der arme Vater einen Rollstuhl benötigen, wofür Antonio dringend 1000 Euro beschaffen müsse.

Aber natürlich nicht für umsonst: Als Gegenleistung bot Antonio, der sich nun als Textilkaufmann ausgab, einen angeblich hochwertigen Mantel an. Mehr noch: Er legte noch zwei weitere Jacken drauf. Der 82-Jährige fühlte sich moralisch unter Druck gesetzt – und übergab ihm sein ganzes Bargeld. Antonio dankte, nahm das Geld und seine Jacken wieder an sich und fuhr in seinem schwarzen Lieferwagen davon.

War derselbe Täter auch schon in der Region?

Der Täter soll etwa 35 bis 45 Jahre alt sein, schwarze Haare haben. Womöglich ist er auch im Oktober 2019 in Kirchheim unter Teck (Kreis Esslingen) aufgetreten. Auch dort wurde ein Rollstuhl für den Vater erwähnt, auch dort ging es um drei Jacken. Der Täter war mit einem schwarzen Jeep mit italienischem Kennzeichen unterwegs. Die Jacken erwiesen sich übrigens als Billigware.

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