Das Stuttgarter Trickfilm-Festival zeigt vom 3. bis zum 8. Mai animierte Filme vom Puppentrick bis zu Disney-Blockbustern – und steckt wegen des Ukraine-Kriegs in einem Dilemma.

Kultur: Bernd Haasis (ha)

Nach zwei Jahren mit reinen Online-Ausgaben findet das Stuttgarter Trickfilm-Festival in diesem Jahr wieder live statt: „Wir sind zurück in der City!“, sagt der künstlerische Leiter Ulrich Wegenast. Aus dem Netz verschwindet das Festival deshalb aber nicht: „Wir gehen hybrid an den Start, um auch das Publikum zu erreichen, das nicht anreisen kann“, sagt Wegenast.

Animierte Kurz- und Langfilme aller Art sind vom 3. bis zum 8. Mai in Stuttgart zu sehen. Der dänische Regisseur Jonas Poher Rasmussen erzählt im Oscar-nominierten Spielfilm „Flee“ von einem Mann, der als Kind aus Afghanistan fliehen musste. Außerdem wird der von Netflix produzierte Stopp-Trick-Spielfilm „The House“ erstmals auf großer Leinwand zu sehen sein.

Die Stuttgarter Oper ist auch wieder dabei

Im Open-Air-Kino auf den Schlossplatz zeigt das Festival bei freiem Eintritt tagsüber Kurzfilme und abends Spielfilme wie Disneys märchenhafter Oscar-Gewinner „Encanto“. In einer Matinee zeigt die Staatsoper Stuttgarter eine Aufzeichnung von Axel Ranischs Inszenierung von „Hänsel Gretel“, in der Animationselemente eine Rolle spielen.

Das Herzstück des Festivals ist der Internationale Kurzfilmwettbewerb, bei dem Filme sich für den Oscar qualifizieren können. Weitere Preise werden für den besten Studentenfilm, den besten Langfilm und den besten Kinderfilm vergeben. Der Trickstar Nature Award geht an einen Film, der sich mit Klimaschutz, Artenvielfalt, Umwelt und Nachhaltigkeit auseinandersetzt.

Drei Oscar-Preisträger im Gespräch

Im Rahmenprogramm des Trickfilm-Festivals wird es unter anderem eine Talk-Runde geben mit den drei Oscar-Preisträgern, dem Ehepaar Alison Snowden und David Fine („Bob’s Birthday“) sowie der Aardman-Legende Nick Park („Wallace & Gromit“).

Ein Benefiz-Programm widmet sich Filmen aus der Ukraine, der dort tobende Krieg überschattet das Festival: „Wir sind in einem Dilemma“, sagt Wegenast. „Viele russische Animationsfilmer haben sich eindeutig gegen die russische Aggression positioniert und sogar eine Petition unterzeichnet, in der sie den Krieg verdammen. Zugleich fordern ukrainische Filmemacher uns auf, russische Beiträge auszuschließen. Bei einigen haben wir das jetzt getan, weil sonst Ukrainer ihre Werke zurückgezogen hätten. Wir glauben aber auch, dass es eine Veränderung in Russland nur geben kann, wenn wir die kritischen Stimmen dort unterstützen.“

Weitere Informationen und Tickets gibt es hier.