Triennale in Fellbach Das Ding mit Vibration

Ein Blick in die Alte Kelter bei der Triennale 2019. Foto: Patricia Sigerist
Ein Blick in die Alte Kelter bei der Triennale 2019. Foto: Patricia Sigerist

Ist das Kunst oder kann das weg? Während Fellbachs Kulturamt die Werbetrommel für die nächste Skulpturenschau rührt, lässt das Triennale-Motto manchen ratlos zurück.

Rems-Murr: Sascha Schmierer (sas)
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Fellbach - Die Kleinplastik-Triennale wird zwar erst in gut zehn Monaten über die Bühne gehen. Doch ihre Schatten wirft die von Juni bis Oktober 2022 in Fellbachs altehrwürdiger Alter Kelter gezeigte Kunstschau selbstredend längst voraus. Schließlich soll sichergestellt werden, dass die Kunstfreunde aus dem Südwesten sich den Termin für die ebenso umfangreiche wie anspruchsvolle Skulpturen-Schau auch dick im Kalender ankreuzen – und dem seit der Gründung im Jahr 1980 auch international durchaus Beachtung findenden Forum für zeitgenössische Kunst durch regen Besuch auch den erhofften Erfolg bescheren.

Laut der Kuratorin wird es um Eigentum und Verantwortung gehen

Auch deshalb wird der Triennale in der Kunstwelt seit Monaten der Boden bereitet. Schon vor gut einem Jahr hat die Stadt Fellbach bekannt gegeben, dass Elke aus dem Moore als Kuratorin verpflichtet werden konnte. Und jetzt, immer noch mit reichlich zeitlichem Vorlauf, legt das Kulturamt mit der Veröffentlichung des Mottos nach, das sich die künstlerische Leiterin für die Fellbacher Skulpturenschau zurechtgelegt hat. Bei der Triennale 2022 soll es aus Sicht der Direktorin der Stuttgarter Akademie Schloss Solitude um die Rolle von Eigentum und Verantwortung gehen. „Ausgehend von einer Lebendigkeit der Materie und somit auch einer Wirkmacht von Objekten werden künstlerische Positionen vorgestellt, die sich mit gesellschaftlich hochaktuellen Fragen beschäftigen“, heißt es in der Ankündigung.

Das ist uns jetzt soweit klar, gestolpert sind wir aber ein wenig über das Motto „Die Vibration der Dinge“. Diesen Begriff haben wir schlecht mit der in die Konzeption eingebundenen Berlinerin Antje Majewski zusammengebracht, die sich im Projekt die Frage stellt, wie ein in der Kolonialzeit aus Kamerun nach Deutschland gelangter Thron „besessen“ werden konnte. Auch bei Gabriel Rossell-Santillán, der die Geschichte eines Teppichs verfolgt und von der Verwobenheit von Menschen und Dingen erzählt, haben wir keinen Zusammenhang erblickt.

Wer das Motto googelt stößt auf Silikon-Spielzeug

Also haben wir den Begriff „Vibration der Dinge“ mal in eine Internet-Suchmaschine eingegeben – und den Browser hastig wieder zugeklickt. Denn gestoßen sind wir auf diverse Seiten, auf denen für leistungsstarkes Silikon-Spielzeug beworben wird. Wir nehmen als der Kunst zugeneigten Zeitung mal nicht an, dass mit „Vibration der Dinge“ so ein Ding mit Vibration gemeint ist. Und harren deshalb der Dinge, die da in den nächsten Monaten werbemäßig kommen.

Die Triennale, liebe Leut, wird prickelnd.




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