Triumph im Football-Finale Stuttgart Surge krönt eine tolle Saison – das verdient größten Respekt

Daumen hoch: Robert Lachmann freut sich über den Sieg im ELF-Finale. Foto: Imago/Foot Bowl

Stuttgart Surge hält dem Druck stand und ist nun das beste Football-Team Europas. Darauf kann der Club nach Meinung unseres Autors Jochen Klingovsky stolz sein.

Sport: Jochen Klingovsky (jok)

Was für eine Leistung! Was für ein Jubel! Was für ein Team! Stuttgart Surge hat in der MHP-Arena erstmals den Titel in der European League of Football (ELF) gewonnen – und damit eine außergewöhnliche Saison gekrönt.

 

Der Weg, den die Mannschaft vor einem dreiviertel Jahr voller Engagement, Enthusiasmus und Energie eingeschlagen hat, war kein einfacher. Der Druck, unbedingt das Finale vor der Haustüre erreichen zu wollen, ist jederzeit spürbar gewesen. Umso beeindruckender waren die Auftritte in den Play-offs gegen die Madrid Bravos, die Munich Ravens und nun auch im Finale gegen die Vienna Vikings. Stuttgart Surge lieferte ab – und erreichte am Ende dank Louis Geyer, der in der MHP-Arena das Spiel seines Lebens machte, sowie der herausragenden Defensive das große Ziel, was allergrößten Respekt verdient. Und noch mehr.

Mit Jordan Neuman kam die Wende

Auf die Arbeit der letzten drei Jahre darf das komplette Team inklusive der Trainer, Verantwortlichen und ehrenamtlichen Helfer stolz sein. Auf zwei harte Spielzeiten nach Gründung der ELF folgten Ende 2022 die Verpflichtung von Jordan Neuman und die Wende. Dank des neuen Cheftrainers und seines Stabes wurde Surge zu einer der Top-Franchises der Liga. Neben Rhein Fire (zwei Titel) und den Vienna Vikings (zweimal Finale, einmal Halbfinale) waren die Stuttgarter die konstanteste ELF-Mannschaft. Sie holten 2025 den Titel, standen zudem 2023 im Finale und 2024 im Halbfinale. Diese Bilanz ist beeindruckend, die Zukunft aber trotzdem ungewiss.

Stuttgart Surge hat sich mit Neuman auf ein Langzeitprojekt verständigt, die sportliche Perspektive bleibt folglich vielversprechend – was das Zuschauerinteresse bei Heimspielen im Gazi-Stadion angeht, ist aber viel Luft nach oben. Und es gibt ein noch größeres Problem: Es ist fraglich, wie es mit dem organisierten Football auf europäischem Topniveau weitergeht. Zwölf rebellierende Clubs, darunter Stuttgart Surge, haben der ELF-Führung das Vertrauen entzogen. Unter welchem Dach künftig gespielt wird, ist offen. Und nur eines klar: Allzu lange darf der Jubel bei Stuttgart Surge nicht anhalten, denn auf dem Weg zum zweiten Titelgewinn bleibt viel zu tun. Nicht nur im eigenen Haus.

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