Ein halbes Jahr lang war Prinzessin Kate weg aus der Öffentlichkeit. Bei „Trooping the Colour“ zeigt sie sich wieder. Mit ihren Kindern verfolgte sie das Spektakel auf der Horse Guards Parade.

Freizeit und Unterhaltung: Theresa Schäfer (the)

Eigentlich findet „Trooping the Colour“ im Frühsommer statt, weil da das Wetter besser sein soll – doch diese Rechnung ging am Samstagvormittag nicht auf. König Charles III., Königin Camilla, Prinzessin Kate und ihre drei Kinder mussten in geschlossenen Kutschen im Regen durch Londons Straßen fahren.

 

Auch wenn die Menge deshalb Kate und ihre drei Kinder Prinz George, Prinzessin Charlotte und Prinz Louis nicht so gut sehen konnte wie erhofft, war der Jubel über die Wales groß: Seit Weihnachten hatte man Prinzessin Kate nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen. Die 42-Jährige ist an Krebs erkrankt und muss sich einer adjuvanten Chemotherapie unterziehen. Doch die offizielle Geburtstagsparade für ihren Schwiegervater, König Charles III., war für die Prinzessin eine Herzensangelegenheit.

Sie zeigte ihr strahlendstes Lächeln, als sie den Menschen an der Strecke zuwinkte. Ein Lächeln, das nicht nur die Britinnen und Briten im vergangenen halben Jahr vermisst haben dürften.

Im vergangenen Jahr war er noch mitgeritten, diesmal fuhr König Charles III. in der Kutsche. Foto: dpa/James Manning

Prinzessin Kate ist Ehrenobristin der „Irish Guards“, dem Garderegiment, das in diesem Jahr seine Fahne, die sogenannte „King’s Colour“, präsentieren darf. Trotzdem trug sie nicht Grün, sondern ein weißes Outfit mit schwarz-weißer Schleife am Kragen. Dazu kombinierte sie einen weißen Hut, der schief auf ihrem dunklen Haar saß.

Prinzessin Kate mit ihren Kindern Prinz George und Prinzessin Charlotte. Foto: AFP/JUSTIN TALLIS

Ihre neunjährige Tochter Prinzessin Charlotte trug ein Matrosenkleid, das wie ein Fotonegativ die Farben des Kleids ihrer Mutter spiegelten.

Gute Laune in der Kutsche: Prinzessin Kate und ihr Sohn Prinz Louis. Foto: PA Wire/Yui Mok

Prinz William ritt bei der Parade mit, genauso wie seine Tante, die „Princess Royal“ Anne und sein Onkel, Prinz Edward. William ist der Ehrenoberst der „Welsh Guards“. Kate und ihre drei Kinder verfolgten das Spektakel mit mehr als 1400 Soldaten, 200 Pferden und 400 Musikern von einem Gebäude aus, das an den Exerzierplatz Horse Guards Parade angrenzt. König Charles III. nahm die Parade auf dem Platz ab.

Royales Trio hoch zu Pferde: Prinz William, Prinz Edward und Prinzessin Anne (von links) Foto: AFP/JUSTIN TALLIS

Der Kensington Palace hatte am Freitagabend ein persönliches Statement von Prinzessin Kate veröffentlicht: „Ich mache gute Fortschritte, aber wie alle wissen, die eine Chemotherapie durchmachen, gibt es gute und schlechte Tage“, schrieb sie dort. „Ich lerne, geduldig zu sein, besonders in Zeiten der Ungewissheit. Ich nehme jeden Tag, wie er kommt, höre auf meinen Körper und gönne mir die dringend benötigte Zeit, um gesund zu werden.“

Viele Menschen wedelten am Samstagvormittag an der Strecke mit dem „Union Jack“. Aber auch Gegner der Monarchie machten auf sich aufmerksam: Mitglieder der Organisation Republic schwenkten große gelbe Fahnen mit der Aufschrift „Not my King“ (Nicht mein König).

Königin Camilla in einem sommerlich hellen Outfit. Foto: PA Wire/Jonathan Brady

Die offizielle Geburtstagsparade „Trooping the Colour“ ist ein Höhepunkt im Kalender der Royal Family. Sie findet traditionell im Juni statt, weil dann die Wahrscheinlichkeit für schönes Wetter größer ist. Tausende Soldaten in roten Gardeuniformen und mit Bärenfellmützen paradieren auf dem Exerzierplatz Horse Guards Parade. Der König nimmt den Aufmarsch persönlich ab.

2023 hatte König Charles die Parade noch hoch zu Pferd verfolgt. Doch wegen seiner Krebserkrankung hatte Charles sich in diesem Jahr für die Kutsche entschieden.