Verbandschef Schleweis äußert sich skeptisch zu Überlegungen, Sparkassenkunden den Einstieg in den Handel mit Krypto-Währungen zu erleichtern.

Korrespondenten: Barbara Schäder (bsa)

Die Sparkassen haben die wirtschaftlichen Folgen der Coronapandemie hinter sich gelassen: Der Jahresüberschuss der Sparkassen-Finanzgruppe erreichte mit 1,8 Milliarden Euro im vergangenen Jahr wieder das Vorkrisenniveau. Im Vergleich zum ersten Coronajahr 2020 verbesserte sich das Ergebnis um 366 Millionen Euro, wie der Deutsche Sparkassen- und Giroverband DSGV mitteilte.

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Zwar sank der Zinsüberschuss, der Rückgang konnte aber durch einen Anstieg der Provisionserlöse kompensiert werden. Dazu trug maßgeblich der Verkauf von Aktien und Fonds bei: Die Sparkassen verkauften 2021 so viele Wertpapiere wie noch nie.

Sparkassenpräsident dämpft Erwartungen für 2022

Der Aufwärtstrend werde sich in dieser Form aber nicht fortsetzen, meinte Sparkassenpräsident Helmut Schleweis: „Es wird noch einige schwierige Jahre geben.“ Infolge des Kriegs in der Ukraine sei ein weiterer Anstieg der Energie-, Lebensmittel- und Frachtpreise zu erwarten. Eine Inflationsrate von sechs Prozent sei nicht mehr ausgeschlossen: „Es rächt sich jetzt, dass die Europäische Zentralbank nicht schon früher reagiert und die Geldpolitik normalisiert hat“, sagte Schleweis.

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Skeptisch äußerte der Verbandschef sich zu Überlegungen, Sparkassenkunden eine elektronische Geldbörse für den Handel mit Krypto-Währungen wie Bitcoin anzubieten. „Mein Bauchgefühl sagt mir, dass das keine gute Idee für Sparkassen ist“, sagte er. Geschäfte mit Krypto-Währungen seien wegen der hohen Kursschwankungen „ein bisschen wie der Gang zum Spielcasino“.

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