Trotz der verpassten Titelverteidigung Allianz MTV Stuttgart ist konstant spitze

Dora Grozer (li.) und Pia Kästner (re.) trösten ihre Teamkollegin Michaela Mlejnkova. Foto: Baumann

Die Stuttgarter Volleyballerinnen haben in dieser Saison weder die Meisterschaft noch den Pokal geholt. Trotzdem war es nach Meinung unseres Autors Jochen Klingovsky kein verlorenes Jahr.

Sport: Jochen Klingovsky (jok)

Dresden/Stuttgart - Im Sport ist Erfolg messbar, an Ergebnissen, der Anzahl der Siege, Pokale, Auszeichnungen. Im Falle der Stuttgarter Volleyballerinnen stellt sich folglich die Frage: Wie ist eine Saison zu bewerten, in der unter dem Strich eine höchst unglücklich verlorene Finalserie um die Meisterschaft und das Pokal-Aus im Halbfinale stehen? Oder auch: Ist eine Saison ohne Titel automatisch eine verlorene Saison? Die Antwort liegt auf der Hand – natürlich nicht!

 

Den Verantwortlichen von Allianz MTV Stuttgart ist es gelungen, den Club selbst in schwierigen Coronazeiten auf Kurs zu halten, wofür viel Aufwand nötig war. Und auch sportlich wurde Bemerkenswertes geleistet. Es gab herausragende Auftritte in der Champions League, zwei enorm starke Heimspiele im Play-off-Halbfinale gegen den SSC Schwerin, als das frühe Scheitern drohte. Und zudem eine dramatische Finalserie gegen den Dresdner SC, die auch anders hätte ausgehen können.

Der Coup hätte sogar ohne Krystal Rivers gelingen können

Klar, die Stuttgarterinnen haben gegen ihren Dauerkonkurrenten eine 2:0-Führung verspielt, in entscheidenden Phasen zu viele Fehler gemacht, letztlich eine große Chance verpasst. Und trotzdem hat es Trainer Tore Aleksandersen, seit Dezember Nachfolger von Giannis Athanasopoulos, der sich nach öffentlicher Kritik an seiner Arbeit im Streit verabschiedet hatte, in dieser Zeit geschafft, das MTV-Team auf ein meisterliches Niveau zu bringen – im vierten Spiel wäre der letzte nötige Sieg beinahe sogar ohne die erkrankte Starangreiferin Krystal Rivers gelungen.

Ihr Ziel, wie 2019 die Schale zu holen, haben die Stuttgarter Volleyballerinnen nicht erreicht. Zugleich aber mit der Vizemeisterschaft unterstrichen, dass auch in Zukunft mit ihnen zu rechnen ist. Das belegt eine Zahl: Der MTV stand zum sechsten Mal in Serie Play-off-Finale – diese Konstanz sucht ihresgleichen. Und ist dann doch noch ein messbarer Erfolg.

jochen.klingovsky@stzn.de

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