Trotz gestrichener Lehrerstellen Handwerk und IHK noch nicht zufrieden

Landespolitik: Renate Allgöwer (ral)
WhatsApp E-Mail LinkedIn Flipboard Pocket Drucken

Der Landeshandwerkspräsident Joachim Möhrle konzediert, die Regierung nehme die Gleichwertigkeit allgemeiner und beruflicher Bildung „endlich ernst“. Er fordert aber weitere Verbesserungen. Der Berufsschullehrerverband verweist darauf, dass auch in diesem Jahr 400 neue Lehrer eingestellt werden müssten. Die IHK hält das Defizit unverändert für zu hoch.

Schlecht sieht es dagegen an den Sonderschulen aus. Dort fielen im vergangenen Schuljahr 6,1 Prozent des Unterrichts aus. Stoch zufolge wären 300 bis 400 zusätzliche Stellen notwendig. Teilweise gebe es aber nicht genügend Sonderschullehrer.

Während Stoch an den allgemeinbildenden Schularten Verbesserungen im Ergänzungsbereich verzeichnet, ziehen Bildungsverbände und die Opposition das in Zweifel. Georg Wacker, der bildungspolitische Sprecher der CDU-Opposition, wirft Stoch vor, er rede die Unterrichtsversorgung schön. Die Schulen würden berichten, es gebe praktisch keinen Ergänzungsbereich mehr. Der Minister rechne die aufgestockte Krankheitsvertretung dem Ergänzungsbereich zu. Das sei eine „Mogelpackung“. Auch der Verband Bildung und Erziehung klagt, es fehle an Stütz- und Förderkursen oder Arbeitsgemeinschaften.

Erleichterungen durch Umschichtungen

Die Grund-, Werkreal- und Hauptschulen haben laut Ministerium im Ergänzungsbereich 135 Stellen (12 Prozent) mehr zur Verfügung als im Vorjahr. An den Realschulen sind es 70 (22 Prozent) mehr. Die Situation an den Gymnasien sei unverändert. Für Gemeinschaftschulen gibt es 60 Stellen.

Aus Grund-, Haupt- und Werkrealschulen wurden 728 Stellen umgeschichtet oder Lehrer abgeordnet. 375 Stellen gingen an die Berufsschulen, 163 an Gymnasien, 100 an Realschulen und 90 an Sonderschulen.

Die Prognosen stimmen nicht mit den tatsächlichen Zahlen überein. Laut dem Kultusministerium gibt es zurzeit 1 397 900 Schüler im Land. Prognostiziert waren 1 365 800. Im vergangenen Schuljahr drückten 23 319 Kinder und Jugendliche mehr die Schulbank in Baden-Württemberg als erwartet, ein Jahr zuvor war die Differenz um 11 714 höher.

Unsere Empfehlung für Sie