Trotz guter Geschäftszahlen Bei Daimler Truck gibt es gute Gründe zum Streiten

Beim Nutzfahrzeug-Konzern Daimler Truck läuft es derzeit prächtig. Foto: imago images//Arnulf Hettrich

Zwei Adhoc-Meldungen zeigen: Das Geschäft bei Daimler Truck läuft momentan prächtig. Aber die Mühen der Transformation werden noch lange andauern, meint unser Wirtschaftsreporter Matthias Schmidt.

So ist das mit der Abspaltung wohl gedacht gewesen. Seit der Lkw-Hersteller Daimler Truck an der Börse nicht mehr im Schatten der Mercedes-Pkw-Sparte steht, kann er häufiger Bella Figura machen. Zweimal innerhalb von zehn Tagen musste der Konzern per Adhoc-Meldung nun bekannt geben, dass das Geschäft besser läuft als erwartet. Es gibt unangenehmere Pflichten.

 

Die Verkaufs- und Gewinnzahlen des zweiten Quartals sind so gut, dass die Prognose fürs Gesamtjahr angehoben wurde und das Unternehmen Teile der üppigen Liquidität für Aktienrückkäufe nutzen kann. Da passt eine Erfolgsmeldung des Betriebsrats ins Bild: Mit einem Investitionsfonds von 75 Millionen Euro jährlich sollen Umbrüche der Transformation an den deutschen Standorten abgemildert werden. Dass dazu Ideen der Mitarbeiter eingesammelt werden, ist ein Signal des guten Willens an die Belegschaft. Wie viele auch umgesetzt werden, wird sich zeigen.

Bei Mercedes-Benz Trucks sollen die Kosten um ein Fünftel sinken

Die Erwartung, das Geschäft mit den schweren Fahrzeugen werde auch in Zukunft laufen wie auf Schienen, wäre dennoch zu blauäugig. Der Gesamtbetriebsratschef Michael Brecht verweist nicht ohne Grund auf die weiterhin geltenden Sparvorgaben. Die Fixkosten sollen im ganzen Konzern bis 2025 um 15 Prozent sinken, bei der Marke Mercedes Trucks sogar um 20.

Da knarzt es ordentlich im Betrieb, zumal wichtige Entscheidungen anstehen: Werden Elektromotoren zugekauft oder selbst gebaut? Wie lange lohnt sich die eigene Herstellung von Verbrennerkomponenten? Bekommt Deutschland eine Batteriezellfertigung – oder gewinnen andere Weltregionen, die mehr Subventionen locker machen?

Über sein Verhältnis zur Mercedes-Truck-Chefin Karin Radström sagt der Betriebsratschef: „Wir können gut reden, wir können auch gut streiten.“ Beides wird nötig sein.

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