Trump lockert Sanktionen Punktsieg für Putin
Die Sanktionslockerungen gegen Russland sind ein Armutszeugnis. Sie zeigen die Schwäche des Westens, kommentiert Christian Gottschalk. Und sie senden ein Signal.
Die Sanktionslockerungen gegen Russland sind ein Armutszeugnis. Sie zeigen die Schwäche des Westens, kommentiert Christian Gottschalk. Und sie senden ein Signal.
Die Welt giert nach Öl. Der von den USA und Israel vom Zaun gebrochene Krieg gegen den Iran lässt die Versorgung stocken. Da hat der US-Präsident eine Idee: Russisches Öl soll für eine begrenzte Zeit und in einer begrenzten Menge von Sanktionen befreit werden. Diese hatten vor allem Europa und die USA verhängt, um Wladimir Putin für den von ihm begonnenen Krieg in der Ukraine zu bestrafen. Diese Volte aus Washington ist ein Armutszeugnis, Russlands Präsident wird sich jedenfalls ins Fäustchen lachen.
Dabei wird dieser Plan in der Praxis mutmaßlich kaum entscheidende Veränderungen hervorrufen – weder auf der einen, noch auf der anderen Seite. Die Menge an Geld, die nun in die russische Kriegskasse fließt, ist überschaubar. Die Menge an Öl, deren Lieferung erlaubt sein soll, ist es allerdings auch.
Es ist die psychologische Wirkung, auf die es ankommt. Und da geht die Erzählweise so: Der russischen Wirtschaft geht es nicht gut, aber am Boden liegt sie keinesfalls. Trotzdem muss nicht Putin zu Kreuze kriechen – stattdessen betteln jetzt die vermeintlich Starken wieder um Rohstoffe. Das ist ein Sieg auf voller Linie, den Putin nach innen genüsslich ausschlachten wird. Und es ist ein Beweis dafür, dass Wirtschaftssanktionen vielleicht gegen kleine, schwache Länder wie Burundi oder Eritrea Wirkung zeigen können. Gegen Nationen von einer gewissen Größe ist es mit den gewünschten Erfolgen aber nicht so weit her.