Zur historischen Wahrheit gehört: Keineswegs nur Männer, die wie am Anfang der Apostel Petrus oder zuletzt Papst Franziskus das Amt in dem Bemühen um konsequente Nachfolge Jesu Christi ausgeübt haben, waren Bischof von Rom und geistliches Oberhaupt der römisch-katholischen Christen.
Präsidenten, Schulter an Schulter
Der viele Schatten neben allem Licht in der Geschichte der Kirche täuscht über eines aber nicht hinweg: Mehr denn je zählt das Papsttum zu den globalen Institutionen. Das Begräbnis von Franziskus hat das eindrucksvoll bestätigt. Staats- und Regierungschefs sowie religiöses Spitzenpersonal aus aller Welt standen Schulter an Schulter. Ein schönes Bild.
Von solchen Eindrücken gibt es zu wenige. Wie auch von Institutionen, die wie Uno, EU oder Afrikanische Union zwar so wenig perfekt wie das Papsttum sind, aber wie die Wortmacht guter Päpste darauf gerichtet, Gewalt und Faustrecht einzudämmen.
Der tote Papst erzwingt Respekt
Zu den starken Eindrücken vom Franziskus-Begräbnis gehört das Zwiegespräch der Präsidenten Donald Trump und Wolodymyr Selenskyj im Petersdom. Es setzt leider keinen Schlusspunkt hinter den Ukraine-Krieg. Aber wer die schlimme Respektlosigkeit des Amerikaners gegen den Ukrainer bei ihrer letzten Begegnung vor Augen hat, wird anerkennen: Der Respekt vor dem toten Papst und der Kirche hat Respekt auch in diesem Dialog erzwungen. So etwas ist in der Politik von weit mehr als nur symbolischem Wert.