Trump und Putin Zweierlei Feinde der Freiheit

Die russische Botschaft in Berlin: eine Agentur für Desinformation? Foto: picture alliance/dpa

Putin fädelt Cyberattacken und Desinformationskampagnen ein, Trump hofiert die Alternative für Demagogie. Beides ist fatal, meint StZ-Autor Armin Käfer.

Titelteam Stuttgarter Zeitung: Armin Käfer (kä)

„Wir sind Russlands nächstes Ziel“, hat Nato-Generalsekretär Mark Rutte bei seinem Besuch in Berlin am Donnerstag gewarnt. Manchen erschien das allzu martialisch. Fakt ist jedoch: Wir sind schon im Visier Russlands. Dafür sprechen hybride Attacken, bei denen Wladimir Putin offenbar die Strippen gezogen hat: ein Cyberangriff gegen die Deutsche Flugsicherung mit immensem Risikopotenzial und eine Desinformationskampagne, die auf den Wahlkampf zielte. Im Moment bedient Moskau sich bei dieser Art von Feindseligkeit noch der Heimtücke. Wie lange es dabei bleibt, ist ungewiss.

 

Hybride Attacken dienen allesamt dem gleichen Zweck, egal ob Hacker, Drohnenpiloten oder Geheimdienste ihre Finger im Spiel haben: Sie sollen unsere freiheitliche Gesellschaft destabilisieren – indem sie Unsicherheit schüren oder Unwahrheiten verbreiten.

Fatal ist zudem, dass die Freiheit gleich von zwei Seiten unter Druck gerät. Während Putin Cyberangriffe lanciert und einschlägige Netzwerke mit Falschmeldungen flutet, hofiert der amerikanische Präsident Demagogen, die in Deutschland gerne die Demokratie aus den Angeln heben würden. Die fortgesetzte Brabbel-Propaganda aus dem Weißen Haus und dessen Umfeld, die Zweifel an der Meinungsfreiheit in Europa sät, erreicht den gleichen Effekt wie die Desinformation aus dem Kreml. Wer solche Verbündete hat, braucht keine Feinde mehr.

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