TSV Bernhausen „Sehr bitter“: Späte 1:2-Niederlage im Landesliga-Spitzenspiel gegen Köngen
Nackenschlag in der Nachspielzeit für den TSV Bernhausen: Mit dem 1:2 gegen den TSV Köngen verlieren die Landesliga-Fußballer den Anschluss an die Spitze.
Nackenschlag in der Nachspielzeit für den TSV Bernhausen: Mit dem 1:2 gegen den TSV Köngen verlieren die Landesliga-Fußballer den Anschluss an die Spitze.
Der Jubel im Fleinsbachstadion war riesig. Die, die dort lautstark den späten 2:1-Siegtreffer im Spitzenspiel der Fußball-Landesliga feierten, waren aber nicht die heimischen „Veilchen“ des TSV Bernhausen, sondern der TSV Köngen und seine mehr als hundert angereisten Anhänger. „Sehr bitter“, sagt der Bernhausener Trainer Roko Agatic mit Blick auf die Entscheidung in der zweiten Minute der Nachspielzeit. Die Seinen verpassen damit den erneuten Sprung auf den Relegationsrang zwei. Und klar ist: Nun wird es schwer, im Aufstiegsrennen noch einmal zurückzukehren.
Während Agatic versuchte, seine Spieler aufzurichten und ihnen Respekt für ihr aufopferungsvolles Spiel zollte, tanzten die Köngener im Kreis und stimmten Schlachtrufe an. „Endlich werden wir auch mal kurz vor Schluss belohnt“, sagte der Gäste-Spielertrainer Domenic Brück mit einem breiten Strahlen im Gesicht. Der Aufsteiger setzt sich damit im Kampf um die Vizemeisterschaft auf vier Punkte von den Bernhausenern ab. Am Spitzenreiter TSV Ehningen bleibt er bis auf zwei Zähler dran. „Bei uns muss die Devise lauten: Jetzt weiterpauken und weiter siegen“, sagt Brück und peilt den großen Wurf an.
Aktuell entwickelte sich von Beginn an das erwartete Spitzenspiel auf Augenhöhe – jedoch lange ohne große Höhepunkte. Beide Mannschaften versuchten, die Kontrolle über das Spiel zu übernehmen und agierten zunächst abwartend. Die großen Chancen blieben dabei zunächst aus. In der 15. Minute bügelte Bernhausens Michael Henneh seinen eigenen Stockfehler gerade noch rechtzeitig vor dem heranstürmenden Max Schlotterbeck aus. Nur zwei Minuten später rettete Brück dann auf der anderen Seite vor Samuel Böhmer. Für einen ersten Paukenschlag sorgte Köngens Lennart Lander, als sein satter Distanzschuss an den Pfosten knallte (30.).
In Führung gingen jedoch die Gastgeber: Ein schlecht geklärter Eckball landete in den Füßen des Startelf-Debütanten Antun Stegl. Der Mittelfeldspieler setzte sich stark im Strafraum durch und schoss den Ball vom Eck des Fünfmeterraums ins Tor (34.). „Wenn wir mit 1:0 in die Pause gehen, dann müssen die Köngener weiter aufmachen und wir sind gefährlich im Umschaltspiel. Dann haben wir gute Chancen“, konstatierte Agatic rückblickend.
Doch dazu kam es nicht. Weil die Bernhausener bei einer kurzen Eckballvariante nicht aufpassten und die Zuordnung bei Lennart Landers Flanke nicht stimmte, konnte Marvin Durst kurz vor dem Halbzeitpfiff zum Ausgleich einköpfen (43.).
Im zweiten Durchgang blieb es ein ausgeglichenes Spiel, in dem die Verteidigungen beider Mannschaften immer wieder gefährliche Vorstöße unterbanden. Besonders gefährlich wurden die Gäste durch kluge Steckpässe ihres Angreifers Yannik Kögler.
Lange kristallisierte sich im Spitzenspiel jedoch kein Sieger heraus. „Ein Unentschieden hätte keiner Mannschaft was gebracht. Deshalb hatte ich kurz überlegt, ob ich volle Pulle riskiere“, sagte Agatic. Doch der Coach hatte schlicht nicht die personellen Möglichkeiten. Auf der langen Ausfallliste an Stammspielern kam am Morgen kurzfristig noch Dimitrios Vidic (krank) hinzu. „Ich hatte nur vier Spieler auf der Bank und außerdem nicht die nötige Qualität“, stellte Agatic fest.
Zum Schluss fehlten dann die nötigen Körner und der Biss in den Zweikämpfen. Am Ende einer schönen Köngener Kombination über die linke Offensivseite stand Dennis Vrljicak, der den späten Siegtreffer für seine Mannschaft erzielte. „Es wird jetzt sehr schwer; Köngen hat es in der eigenen Hand“, blickt Agatic auf den Saisonendspurt.
Antun Stegl (Nominierungen: 1). Der Youngster stand zum ersten Mal in der Startelf und machte ein auffälliges Spiel. Krönte seine Leistung mit einem starken Treffer.
TSV Bernhausen: Kaya – Henneh, Lujic, Sterian, Walz – Gümüssu (66. Galla), Stegl (79. Vlasic) – Kranz (46. Demir), Milos, Böhmer (63. Shamenko) – Matanovic.
TSV Köngen: Vogelmann – Durst, Dobler, Herz, Lander – Schadt (75. Rüttinger), Brück, Kimi Hindennach (63. Vrljicak) – Panne (68. Nikita Jason Hindennach), Kögler (90.+2 Intemperante), Schlotterbeck (36. Corbisiero).