TSV Münchingen vs. TSV Merklingen Ein Derby mit der besonderen Brisanz-Note

Brisanz garantiert: Beim Bezirksliga-Spiel im März 2024 sieht Dzanan Mehicevic (re.) von TSV Merklingen die Rote Karte in der Nachspielzeit in der Partie gegen den TSV Münchingen, der 2:1 siegte. Foto: Andreas Gorr

Zum Rückrundenstart in der Fußball-Bezirksliga erwartet der TSV Münchingen am Sonntag den TSV Merklingen. Der TSV Heimsheim startet eine Woche später.

Die Staffelgröße von 17 Mannschaften und der Wunsch vieler Vereine, über Ostern und Pfingsten spielfrei zu sein, macht es nötig: So früh wie keine andere Liga startet die Bezirksliga Enz/Murr an diesem Samstag mit sechs Begegnungen in die Rückrunde.

 

Aus dem Altkreis sind der TSV Münchingen und der TSV Merklingen dabei, die sich um 14.30 Uhr auf dem Münchinger Kunstrasenplatz gegenüberstehen. „Ich gehe davon aus, dass die Partie stattfinden kann, wenn es nicht noch eine massive Wetterwendung gibt“, sagt Münchingens Trainer Sahin Üste.

Hinspiel fiel wegen Differenzen aus

Das Duell des Tabellenzweiten und des Vierten bringt ohnehin schon eine gewisse Brisanz mit sich, die nach den Vorfällen rund um das Hinspiel noch ein bisschen höher sein dürfte. Zur Erinnerung: Der TSV Merklingen wollte die Begegnung verlegen, stieß aber beim TSV Münchingen nicht auf Gegenliebe, sodass mangels gemeinsamen Termins die Partie mit einem 3:0-Sieg für Münchingen gewertet wurde.

„Das wird bei Merklingen sicher noch im Kopf sein. Aber es war die Mannschaft, die sich damals so entschieden hatte“, erklärt Sahin Üste. Merklingens Coach Uwe Eberhard will die Ereignisse vom August 2025 gar nicht so hoch hängen. „Vielleicht ist es beim ein oder anderen noch im Hinterkopf und sorgt für das letzte Prozent Motivation mehr“, meint er schmunzelnd.

Münchingens Trainer Sahin Üste ist über den frühen Rückrunden-Start nicht gerade glücklich. Foto: Baumann/Alexander Keppler

Tatsächlich haben beide Trainer ganz andere Probleme: „Es war die schwierigste Vorbereitung auf eine Halbserie, die ich je hatte“, meint Sahin Üste, dem ein Start zwei Wochen später lieber gewesen wäre. „Wir konnten wetterbedingt anfangs nur Laufeinheiten machen, zudem haben immer wieder Spieler krankheits- oder berufsbedingt gefehlt“, bedauert der Münchinger Coach. Er hat daher bis Mitte Februar weiter drei Trainingseinheiten pro Woche angesetzt, und geht davon aus, dass sein Team dann erst wieder seine Normalform erreicht.

Die unrunde Vorbereitung hat sich auch in den Testspielergebnissen der Münchinger niedergeschlagen: Nach einem 9:0 gegen den A-Ligisten TSV Benningen setzte es im zweiten Spiel beim Bezirksligisten SV Allmersbach ein 0:6. „Da stand kaum jemand aus dem ersten Team zur Verfügung“, erläutert Sahin Üste. Immerhin gelang die Generalprobe beim Stuttgarter A-Ligisten SSV Zuffenhausen mit einem 5:2-Erfolg.

Sabeur Ben Younes (re.) wird dem TSV Münchingen zum Rückrunden-Start fehlen. Foto: Pressefoto Baumann/Julia Rahn

Apropos SSV Zuffenhausen: Zu diesem hat sich David Rocco Ivan verabschiedet, sein Bruder Thomas will pausieren und ist derzeit vereinslos. Gleiches gilt für Kerim Kaya. Semiel Mulacic hat sich seinem Heimatverein GW Sommerrain angeschlossen. Diesen vier Abgängen stehen zwei Neuzugänge gegenüber, die vom Liga-Konkurrenten AKV B.G. Ludwigsburg kommen: Der 30-jährige Adrian Kuka, der auf der linken Außenbahn zu Hause ist, und Ermir Doci, ein offensiver Allrounder. „Beide haben unter mir bei TSC Kornwestheim gespielt und sich uns angeboten“, erklärt Coach Üste. Eher als Perspektivspieler sind Marvin Nnadi und Shabir Elmy zu sehen, die aus der A-Jugend der SGM Krumme Ebene am Neckar zum TSV gestoßen sind. Trainer Üste muss am Sonntag auf einige Akteure verletzungsbedingt verzichten, darunter auf Korsettstangen wie Sabeur Ben Younes, Wissem Aouadi, Dany Abdul-Karim und Arjanit Hasanaj.

Seine Bestbesetzung kann auch Merklingen-Coach Uwe Eberhardt nicht aufbieten, der unter anderem auf Fabian Heim nach dessen Bänderverletzung noch länger als gehofft verzichten muss. Auch Alexander Kurz ist nach seiner Kniefraktur noch nicht wieder fit. Da Zelijko Belecan krank ist, wird Adis Krak das Tor hüten.

Euro Beqiri (re.) ist vom Landesligisten SKV Rutesheim zum TSV Merklingen gewechselt. Foto: Andreas Gorr

Personell war die Winterpause beim TSV Merklingen von Stabilität geprägt: Thomas Babel hat seine Fußballschuhe an den Nagel gehängt, Burak Karaer erhofft sich bei KSV Renningen mehr Spielzeit. Einziger Neuzugang ist Euron Beqiri, der von der SKV Rutesheim nach Merklingen gekommen ist. In den Testspielen gab es zwei Siege gegen den Pforzheimer Bezirksligisten SV Neuhausen (3:0) und den klassentieferen SV Gebersheim (6:1) sowie eine 1:2-Niederlage beim TSV Wurmberg-Neubärental.

Spielfrei ist der TSV Heimsheim, dessen Partie bei Germania Bietigheim auf den 26. Februar verschoben wurde. Rückrundenstart ist daher am nächsten Wochenende – mit dem Derby gegen den TSV Münchingen.

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