TSV-Goalgetter Lino Widmaier (Mi.) erzielte erneut ein Tor – doch der Treffer reichte gegen den TV Aldingen nicht für Punkte. Foto: Andreas Gorr
Der Fußball-Bezirksligist TSV Münchingen gewinnt beim FSV 08 Bissingen II und profitiert von der 1:3-Niederlage des TSV Heimsheim, der zuletzt sieben Siege in Serie gefeiert hatte.
Henning Maak
01.12.2025 - 12:25 Uhr
Nach drei Partien ohne Sieg und nur zwei von neun möglichen Punkten gegen Teams aus dem oberen Tabellendrittel ist der TSV Münchingen in der Fußball-Bezirksliga die Erfolgsspur zurückgekehrt.
Der Aufsteiger setzte sich nach einer Steigerung in der zweiten Halbzeit beim FSV 08 Bietigheim-Bissingen II mit 3:1 (0:1) durch und übernahm wieder den zweiten Platz hinter dem souveränen Primus Germania Bietigheim. „Der Sieg hat der Mannschaft gut getan – vor allem, weil wir in Löchgau vergangene Woche und in der ersten Halbzeit große Probleme hatten“, zeigte sich TSV-Trainer Sahin Üste zufrieden.
TSV Münchingen dreht das Spiel
In den ersten 45 Minuten taten sich die Gäste mit dem Umschaltspiel der Hausherren nach Münchinger Ballverlusten sehr schwer. „Wir haben kein Gegenpressing ausgeübt“, monierte Coach Üste. Die Münchinger konnten sich bei Torhüter Fabio Dos Santos Loureiro bedanken, dass der Rückstand zur Pause nur einen Treffer betrug. Zweimal machte er 100-prozentige Möglichkeiten der Gastgeber zunichte. Drei Minuten vor der Pause war er aber machtlos, als Richard Frimpong nach einem Ballverlust des TSV aus fünf Metern frei zum Abschluss kam.
Traf kurz nach der Pause zum 1:1 für den TSV Münchingen: Nikola Prkacin Foto: Andreas Gorr
Mit der Hereinnahme von Arjanit Hasaj im zentralen Mittelfeld kam in der zweiten Hälfte mehr Struktur ins Spiel der Gäste. Bereits zwei Minuten nach dem Wiederanpfiff glich Nikola Prkacin nach einem feinen Pass von Dany Abdul-Karim hinter die Kette zum 1:1 aus. „In der zweiten Halbzeit haben wir fast nichts mehr zugelassen und die Möglichkeit zu tiefen Bällen gefunden“, lobte Üste sein Team. Nach einem Foul an Prkacin verwandelte Behar Hasanaj den fälligen Strafstoß nach einer Stunde zur 2:1-Führung. Für den 3:1-Endstand sorgte Azim-Semih Özsoy zehn Minuten vor dem Ende mit einem Schuss aus spitzem Winkel, der noch leicht abgefälscht wurde.
Gebrauchter Tag für den TSV Heimsheim
Wieder auf Rang drei abgerutscht ist der zweite Aufsteiger TSV Heimsheim, der nach sieben Siegen in Folge – davon zuletzt sechs ohne Gegentor – gegen den TV Aldingen einen komplett gebrauchten Tag erwischte und auf eigenem Platz mit 1:4 (1:1) unterlag. „Das war ein Spiel, das komplett zu dem saumäßigen Wetter gepasst hat“, meinte TSV-Trainer Oliver Kudera sarkastisch.
Schwarzer Tag auch für die Fans des TSV Heimsheim: Zum nasskalten Schmuddelwetter gab es auch eine Niederlage für das eigene Team. Foto: Andreas Gorr
Anders alle die Kontrahenten zuletzt versuchte der TV Aldingen gar nicht erst, mit den Heimsheimern mitzuspielen, sondern agierte aus einer extremen Defensive. „Die haben den berühmten Bus vor ihrem Tor geparkt“, kommentierte Kudera. Hinzu kam ein wenig Spielglück der Gäste: In der 18. Minute faustete TSV-Schlussmann Mehmet Gündüz den Ball nach einer Ecke einem Gegenspieler in den Rücken, von wo er zum 0:1 ins Tor flog. Lino Widmaier gelang zwar im Gegenzug nach Vorlage von Lucca Grau der Ausgleich, doch dabei bleib es bis zur Pause, nachdem die Gastgeber zwei Großchancen ungenutzt gelassen hatten.
Der TV Aldingen war nicht zu schlagen: Heimsheims Okan Gürbüz (li.) kommt zu spät. Foto: Andreas Gorr
Mit der zweiten Torchance kam der TV Aldingen zum 2:1 (61.): Fidel Hagos traf mit einem Vollspannschuss von der Strafraumgrenze zur erneuten Führung für die Gäste. Zehn Minuten vor dem Abpfiff sah der zuletzt so starke TSV-Keeper Gündüz nicht gut aus, als er eine Flanke von Julian Sellner falsch einschätzte, die sich als Bogenlampe ins lange Eck zum 1:3 senkte. In der Nachspielzeit kassierte der TSV noch das 1:4.
Die Schlussphase war zudem sehr farbig: Alessandro De Marco kassierte nach einem Schubser gegen einen Gegenspieler, der seinen Bruder gefoult hatte, die Rote Karte. Auch ein Aldinger musste noch mit Gelb-Rot vom Feld. „Vielleicht tut uns die Niederlage gut“, meinte Kudera. Jetzt habe er mit der Mannschaft wieder Lösungen gegen eine tief stehende Abwehr zu erarbeiten und müsse das Team nicht einfach nur bei Laune halten.
TSV Merklingen auf der Woge des Erfolges
Zur Mannschaft der Stunde in der Bezirksliga avanciert der TSV Merklingen: Nach nur sieben Punkten aus den ersten neun Spielen holten die Merklinger aus den letzten sechs Partien 16 von 18 Zählern und kletterten nach dem 1:0-Heimsieg gegen die Spvgg Besigheim auf den siebten Rang. „Wir haben derzeit das Momentum auf unserer Seite“, freute sich TSV-Trainer Uwe Eberhardt.
Beim Tor des Tages durch Emmanuel Garcia in der 70. Minute leistete Gäste-Keeper Karoly Papes Mozes kräftige Schützenhilfe: Obwohl nach einem langen Ball von Eugen Schön auf Garcia noch zwei Verteidiger vor diesem standen, verließ der Torhüter sein Gehäuse ohne Not, was der Merklinger mit einem Heber aus 25 Metern zum Tor des Tages zu nutzen wusste. David Kern und Imran Sahinovic verpassten eine höhere Führung, als beide in 1:1-Situationen am Besigheimer Keeper scheiterten.
Emmanuel Garcia (re.) erzielte das Goldene Tor für den TSV Merklingen gegen die Spvgg Besigheim. Foto: Andreas Gorr
Auf der anderen Seite verhinderte TSV-Keeper Adis Krak den Ausgleich, als er Schuss und Nachschuss eines Besigheimer Stürmers zweimal mit einem Reflex abwehrte und sich dabei eine Fingerverletzung zuzog, die seine Auswechslung nach sich zog. Ein Kopfball von Besigheim landete noch auf der Oberkante der Latte. Am nächsten Sonntag kann der TSV seine gute Form im letzten Hinrundenspiel beim Klassenprimus Germania Bietigheim noch einmal beweisen.