TSV Steinhaldenfeld Turnhallen-Streit: Mehr Gehör von der Stadt gefordert

Die Turn- und Versammlungshalle Foto: if

Der Vorstand des TSV Steinhaldenfeld, Klaus Mairhofer, fordert in einem offenen Brief an OB Frank Nopper mehr Transparenz und Bürgernähe.

Lokales: Iris Frey (if)

Klaus Mairhofer lässt nicht locker. Der Vorstand der Verwaltung des TSV Steinhaldenfeld, sein Verein und andere sehen sich von der Stadtverwaltung im Stich gelassen. Mairhofer erklärt den Anlass des offenen Briefs an Rathauschef Frank Nopper (CDU) damit, dass ihnen nach fast drei Wochen nach der entsprechenden Sitzung noch immer emotional der Kragen platze und sie enttäuscht und empört seien über die Art und Weise, wie das Anliegen des TSV Steinhaldenfeld und dessen Kommunikation mit der Stadtverwaltung dargestellt worden sei. Mairhofer erklärt, dass die Sanierung der Turn- und Versammlungshalle Steinhaldenfeld den Stadtteil schon seit Jahren beschäftigte. Er verweist nicht nur auf verschiedene Zeitungsartikel, auch aus dem Jahr 2014, in denen stehe, dass sich Schulen und Vereine einen Anbau der Halle wünschten. Stets würden die hohen Auslastungsprobleme des TSV, lange Wartelisten im Kinderbereich erwähnt. Vertreter politischer Parteien, Schulen und Vereine waren vor Ort.

 

Entrüstet, dass der Verein nur „geduldeter Nutzer der Halle“ sei

Mairhofer verweist auf Anträge etwa der CDU-Gemeinderatsfraktion, die Turn- und Versammlungshalle für Vereine, Schulen und gesellschaftliche Veranstaltungen zu sanieren. In der jüngeren Zeit, Ende 2020 und im Frühjahr 2021, habe der TSV per E-Mail alle zuständigen Bezirksbeiräte, Gemeinderäte und Bürgermeister in Stuttgart auf ihr Anliegen hingewiesen und um Unterstützung gebeten. Auch an den OB sei eine „Gelbe Karte“ versandt worden. Es habe Besichtigungen vor Ort gegeben und zuletzt den Antrag der FDP zur Freigabe zusätzlicher finanzieller Mittel.

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Der Vereinsvorstand erklärt in dem offenen Brief, dass er enttäuscht und entrüstet sei, dass das Schulverwaltungsamt im Bezirksbeirat erklärt habe, dass der Verein nur „geduldeter Nutzer der Halle“ sei. Mairhofer betont, dass die Turn- und Versammlungshalle keine reine Schulsporthalle, sondern der TSV Steinhaldenfeld umfangreichster Nutzer sei, es zudem den Gesangverein Steinhaldenfeld und den Bürger- und Siedlerverein Steinhaldenfeld gebe, die seit Jahrzehnten die Halle für ihre Veranstaltungen und Angebote nutzen würden. Trotzdem sei keiner der Vereine zur Ermittlung des Bedarfs kontaktiert worden. Dies sei umso unverständlicher, da im Vorfeld bereits Anforderungen des TSV dem Schulverwaltungsamt bekannt gewesen seien. Dieses Vorgehen der Verwaltung sei für den TSV nicht akzeptabel und werde als Missachtung des ehrenamtlichen Engagements verstanden.

E-Mail-Schriftwechsel aus dem Jahr 2019 als Beleg

Mairhofer widerspricht der Behauptung des Schulverwaltungsamts, der TSV habe den Antrag für einen Raum zu spät gestellt und diesen Bedarf erst aus der Presse erfahren zu haben. Der Verein belegt dies mit E-Mail-Schriftwechseln mit dem Schulverwaltungsamt aus dem Jahr 2019. In der Präsentation im Bezirksbeirat hätten die zusätzlich für den Multifunktionsraum freigegebenen Gelder keine Rolle mehr gespielt. Der Vereinsvorstand erinnert Nopper im Schreiben an seinen Wahlslogan: „Erfahren. Engagiert. Entschlossen . . . für mehr Bürgernähe und Pragmatismus im Rathaus“. Der TSV hofft, dass Nopper diesem Ziel näherkommt.

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