TU München bekommt Dependance auf dem Bildungscampus Heilbronn Heilbronner Hochschule wird weißblau

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Die Dieter-Schwarz-Stiftung will zusammen mit der Technischen Universität München auf dem Bildungscampus eine neue Hochschule etablieren. Die Münchner bringen Renommee und internationales Flair, die Stiftung das Geld.

Der Bildungscampus Heilbronn bekommt Zuwachs  – die Technische Universität München (rechts)  wird dort einen Außenposten einrichten. Foto: Fritz-Kador, Andreas Heddergott/TU München
Der Bildungscampus Heilbronn bekommt Zuwachs – die Technische Universität München (rechts) wird dort einen Außenposten einrichten. Foto: Fritz-Kador, Andreas Heddergott/TU München

Heilbronn - Der Bildungscampus Heilbronn wird von Herbst 2018 an zum bayrischen Außenposten. Die Technische Universität München (TUM) und die Dieter-Schwarz-Stiftung (DSS) wollen dort eine eigene Lehr- und Forschungseinheit aufbauen mit den Schwerpunkten Management digitaler Technologien, Entrepreneurship und Familienunternehmen. Künftig soll dort nicht mehr nur berufsbegleitend studiert werden können. Auch ein grundständiger Bachelor- und Masterstudiengang werde aufgebaut und ein Doktorandenprogramm aufgelegt. Die staatlich anerkannte private German Graduate School of Management and Law (GGS) mit aktuell etwa 300 Studenten gehe im TUM Campus Heilbronn auf. Das hat die Stiftung am Dienstag bekannt gegeben.

Über Geld spricht die Stiftung des Lidl-Gründers Dieter Schwarz grundsätzlich nicht. Aber den Bildungscampus lässt sie sich eine ganze Menge kosten. Für die Kooperation mit der TU München sollen 20 Professuren eingerichtet werden. 13 davon sollen in der bayrischen Exklave auf dem Heilbronner Campus angesiedelt werden. Auch baulich investiert die Stiftung beträchtlich. Erst am Donnerstag ist nach einjähriger Bauzeit die 125 Meter lange Campusbrücke eingeweiht worden. In den nächsten zwei, drei Jahren werden außerdem zwei neue Lehrsäle, eine neue Bibliothek und eine neue Mensa gebaut.

„Das stärkt den Hochschulstandort“, freut sich der OB

„Wir wollen einen deutschlandweit einmaligen Vorzeigecampus errichten“, sagt Reinhold Geilsdörfer, der Geschäftsführer der Dieter-Schwarz-Stiftung. Die Kooperation mit der TU München soll helfen, „auch international besser sichtbar zu werden“. Geilsdörfer rechnet damit, dass künftig etwa 1000 Studierende an der Münchner Außenstelle ausgebildet werden.

„Die Zusammenarbeit mit der TUM, die in Forschung und Lehre einen international hervorragenden Ruf genießt, wird den Hochschulstandort Heilbronn nachhaltig stärken und noch attraktiver machen“, davon ist auch der Oberbürgermeister Harry Mergel (SPD) überzeugt. Im Stuttgarter Wissenschaftsministerium ist man weniger euphorisch. „Wenn am Ende die Qualität stimmt, wird das Land grundsätzlich nichts dagegen einwenden können“, erklärt eine Sprecherin. Bisher kenne man das Konzept aber nur in Grundzügen.

Die Stiftung hatte Geilsdörfer zufolge mit vier Universitäten über eine Kooperation verhandelt. Darunter war auch die Universität Mannheim. Man habe sich für München entschieden, weil die TUM sehr breit aufgestellt sei, sagt Geilsdörfer: Neben einer guten Business-School habe sie auch auf dem breiten Feld der Naturwissenschaften attraktive Angebote.

Jetzt geht es an die Details

Für die TUM ist die Kooperation dem Sprecher Ulrich Marsch zufolge eine Bereicherung. „Wir können unsere wissenschaftliche Arbeit deutlich erweitern und sind künftig in einer der wirtschaftlich attraktivsten Regionen in Deutschland präsent“, sagt Marsch. Logistische Probleme mit dem Ableger in Heilbronn befürchtet er nicht: „Singapur ist weiter weg“, sagt Marsch trocken. Dort unterhält die TUM als einzige deutsche Universität überhaupt einen vollwertigen Auslandscampus.

Bis Oktober wollen die Partner in spe nun die weiteren Details verhandeln. Dabei muss auch die bayrische Landesregierung mit einbezogen werden. Denn die Professuren werden zwar von der Schwarz-Stiftung finanziert, angestellt werden die Dozenten aber vom Land Bayern. Die dortige CSU-Regierung habe aber bereits grundsätzlich Unterstützung signalisiert.

Auf dem Heilbronner Bildungscampus sind neben der GGS die Dieter-Schwarz-Stiftung, die Experimenta, die Duale Hochschule und die Akademie für Internationale Bildung und Management ansässig. Die Stiftung hatte im Herbst bekannt gegeben, dass sie Heilbronn zur Universitätsstadt machen und mit einer Hochschule kooperieren möchte. Daraufhin hatte der damalige GSS-Präsident Dirk Zupancic sein Amt hingeworfen, weil er sich von der Stiftung übergangen gefühlt hatte. www.bildungscampus.org