Tübinger OB appelliert an Besucher Palmer: „Kommen Sie morgen nicht nach Tübingen“

Mit einem Tagesticket kann man in Tübingen Einrichtungen wie Restaurants oder Kinos besuchen. Foto: dpa/Sebastian Gollnow
Mit einem Tagesticket kann man in Tübingen Einrichtungen wie Restaurants oder Kinos besuchen. Foto: dpa/Sebastian Gollnow

In einem Facebook-Livestream ruft der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer dazu auf, am Wochenende nicht nach Tübingen zu kommen. Die vielen Besucher drohen die Kapazität der Teststationen zu übersteigen.

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Tübingen - In einem Facebook-Livestream hat der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer an Besucher appelliert, am Wochenende nicht nach Tübingen zu fahren. Dazu zeigte er die meterlange Schlange vor einer der Teststationen in der Stadt und meinte: „Schaut auch diese Schlange an, es bringt nichts morgen nach Tübingen zu kommen.“

Tübingen ist die einzige Stadt in Baden-Württemberg, in welcher die Restaurants und Cafes geöffnet sind. Dort ist es außerdem möglich, ohne Termin im Einzelhandel einzukaufen. Auch Kultureinrichtungen wie Theater und Kinos sind geöffnet. Zugangsvoraussetzung für alle ab 14 ist dafür ein sogenanntes Tübinger-Tagesticket, der einen Nachweis über einen negativen tagesaktuellen Schnelltest darstellt.

Nur 3000 Tickets für Auswärtige

Tübingen reagiert auf den erwarteten Ansturm von Gästen, die nicht im Landkreises Tübingen wohnen. Ab Samstag soll es nur noch 3000 Tagestickets für Auswärtige geben. Boris Palmer sagt dazu in seinem Livestream: „Die Tickets sind wahrscheinlich für die Reutlinger und damit schon alle vergeben. Es bringt also nichts, aus München oder Aschaffenburg nach Tübingen zu fahren.“

Palmer ruft weiterhin dazu auf, das Tübinger-Konzept auch in anderen Gemeinden zu etablieren. „Wir brauchen diese Konzepte bundesweit, wir können nicht allen die Stadt und die Lebenslust, welche wir alle vermisst haben, in einer Kleinstadt mit 90.000 Einwohnern bieten“, sagt er. Es sei komisch als Oberbürgermeister sagen zu müssen, ’Kommt bitte nicht in meine Stadt, aber mehr Platz haben wir gerade einfach nicht.’

Mittlerweile planen immer mehr Kommunen ähnliche Öffnungen nach dem Tübinger-Modell. Dazu gehören beispielsweise Städte wie Ludwigsburg, Böblingen und Villingen-Schwenningen. Bisher ist Tübingen allerdings die einzige Stadt, die eine Genehmigung vom Land erhalten hat.

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