Tübinger Versorgungsanstalt Neuer Chef für Pensionskasse der Ärzte
Ein Ex-Richter folgt auf einen Anlageexperten: Bei der Tübinger Versorgungsanstalt rückt einer der beiden Stellvertreter auf. Der Abgang des Vorgängers bleibt vorerst rätselhaft.
Ein Ex-Richter folgt auf einen Anlageexperten: Bei der Tübinger Versorgungsanstalt rückt einer der beiden Stellvertreter auf. Der Abgang des Vorgängers bleibt vorerst rätselhaft.
Die Baden-Württembergische Versorgungsanstalt (BWVA) für Ärzte, Zahnärzte und Tierärzte mit Sitz in Tübingen erhält einen neuen Chef. Zum Geschäftsführer steigt Anfang Oktober erwartungsgemäß der Jurist Volker Mattausch auf, bisher einer der beiden Stellvertreter. Dies wurde nur einen Tag nach Ablauf der Frist in der internen Ausschreibung beschlossen und verkündet. Nach Angaben der Ärztekasse hat eine unabhängige Findungskommission diesen Vorschlag dem Verwaltungsrat unterbreitet. Das Gremium unter Vorsitz der Präsidentin Eva Hemberger habe ihm „ebenfalls einstimmig zugestimmt“.
Der 44-jährige Mattausch ist erst seit Anfang 2024 als Vize-Chef für die Pensionskasse tätig, die ein Vermögen von mehr als 16 Milliarden Euro verwaltet. Nach dem Studium in Tübingen arbeitete der Jurist mehr als zehn Jahre als Rechtsanwalt, ehe er 2018 als Richter in die Justiz wechselte. Mit seinen Erfahrungen in den Bereichen Recht, Wirtschaft, Versicherungen und Transaktionen und seiner sozialen Kompetenz werde er die Herausforderungen für die Versorgungsanstalt meistern, hieß es.
Über den Verbleib des bisherigen Geschäftsführers Stefan Klomfass wurden keinerlei Angaben gemacht. Er steht zwar noch auf der Webseite der BWVA, ist aber offenbar schon seit Wochen nicht mehr für sie tätig. Bereits im Juli hieß es in einer internen Information über die laufende Umstrukturierung, dass Mattausch und ein weiterer Vize kommissarisch die Geschäfte führten. Die Anstalt hatte wiederholt betont, sie könne schon aus rechtlichen Gründen nichts zu Klomfass‘ Ausscheiden sagen.
Der Anlageexperte war nur gut zwei Jahre für die BWVA tätig. Bei seinem Start wurde auch er mit viel Lob bedacht: Die Präsidentin Hemberger würdigte seine breite Erfahrung mit Versorgungswerken und seine „passgenaue Expertise“. Noch vor einem Jahr hatte sie Klomfass gute Arbeit bescheinigt. Über die Modalitäten seines Ausscheidens wurde bisher nichts bekannt. Nach der Pensionierung des langjährigen BWVA-Chefs Winrich Kuhberg hatte es in der Führungsetage mehrfach Wechsel gegeben.
Zuständig für die Aufsicht über die Ärztekasse ist das Sozialministerium. Auf Nachfrage teilte es mit, es gebe keine Pflicht, den Chefposten öffentlich auszuschreiben; das sei allein Sache der BWVA. Das Chancengleichheitsgesetz greife hier nicht.